Expertenrat zum Thema Finanzamt
Steuerbescheid: Einspruch einlegen

Wer mit seinem Steuerbescheid nicht einverstanden ist, muss Einspruch einlegen. Die Fristen dazu dürfen nicht überschritten werden, erklärt der Steuerexperte Axel Gretzinger.

Herr Gretzinger, die Enttäuschung ist groß, wenn zu wenig Steuern erstattet werden oder eine Nachzahlung ansteht. Wie können sich Steuerzahler wehren?

Indem sie binnen eines Monats nach Erhalt des Bescheids beim Finanzamt Einspruch einlegen. Den Eingang ihres Einspruchs sollten sie sich schriftlich bestätigen lassen.

Haben Steuerzahler noch Chancen, wenn sie die Frist versäumt haben?

Meist nicht. Selbst Krankenhausaufenthalte oder Urlaub akzeptieren Gerichte nicht als Verspätungsgrund. Die Frist ist aber unwichtig, wenn die Beamten im Bescheid die Steuererklärung korrigiert und das nicht begründet haben.

Wann ist Einspruch außerdem sinnvoll?

Wenn ein Musterverfahren gegen die fragliche Steuervorschrift läuft, etwa beim Bundesfinanzhof oder beim Europäischen Gerichtshof. Derzeit werden Klagen gegen die beschränkte Abziehbarkeit von Rentenversicherungsbeiträgen und die im Vergleich zu Abgeordneten niedrige Werbungskostenpauschale für andere Steuerzahler verhandelt. Falls der Bescheid bereits teilweise vorläufig ist, sind Einsprüche unnötig.

Axel Gretzinger ist Fachanwalt für Steuerrecht in der Kanzlei Schulze Gretzinger-Borges & Garvens in Hannover.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 031 vom 28.07.2005 Seite 090

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