Fahnder haben entsprechende Daten
Auch ausländische Steuersünder im Visier

In der Steueraffäre um Stiftungen in Liechtenstein gerät das Fürstentum international immer stärker unter Druck. Nach Informationen des Handelsbatts aus Ermittlerkreisen befanden sich auf der gestohlenen CD mit Daten von Steuersündern auch Informationen über betrügerische Geldanlagen ausländischer Bürger.

DÜSSELDORF/BERLIN. Diese Daten könnten nun an die betreffenden Heimatstaaten weitergegeben werden. "Wenn man heimlich ganze Datensätze auf eine CD kopiert, dann sortiert man nicht nach Nationalität", hieß es in den Kreisen.

Das Bundesfinanzministerium bestätigte, dass sich mit "hoher Wahrscheinlichkeit" auch Kundendaten aus anderen Ländern auf der CD befinden. Diese Informationen würden jederzeit im Rahmen der Rechtshilfe auch an die betroffenen Länder weitergeleitet. Anfragen habe es bereits aus skandinavischen Ländern - Finnland, Schweden, Norwegen - gegeben.

Die britischen Finanzbehörden sollen einem Bericht der "Sunday Times" zufolge bereits 100 000 Pfund gezahlt haben, um an Daten von 100 Konten britischer Staatsbürger auf Liechtensteiner Banken zu kommen. Auch an die US-Behörden habe der Liechtensteiner Informant, der die Kundendaten kopierte, Informationen verkauft, berichtet der "Spiegel". Amerikanische Steuerfahnder sollen in rund 50 Fällen zugeschlagen haben.

Aus dem Bundes-Finanzministerium hieß es, die gegenseitige Information der Strafverfolgungsbehörden habe erheblich zugenommen. So hätten bereits vor Jahren die USA unaufgefordert Daten von Steuerhinterziehern nach Deutschland geschickt, nachdem dort ein Hinterziehungsmodell aufgeflogen war. "Ich bin mir sicher, wir finden Verbündete", sagte ein Sprecher von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD).

Bundeskanzlerin Angela Merkel verlangte, Steuervergehen streng zu ahnden: "Es geht darum, in einem Land das Steuerrecht einzuhalten, und dafür gibt es auch keine entschuldigenden Ausnahmen." Steinbrück will den Kampf gegen Steuerhinterziehung am 4. März im Ecofin-Rat der europäischen Finanzminister zum Thema machen.

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