Finanzamt erkennt einige Konstruktionen nicht an
Medienfonds - Riskante Wahl

Den richtigen Steuerkick für 2004 bringen Medienfonds. 100 Prozent und mehr ihres Einsatzes dürfen Anleger beim Fiskus absetzen. Hört sich toll an. Ist es aber nur eingeschränkt, denn das Finanzamt kann den Steuervorteil im Nachhinein aberkennen.

Und dann heißt es: Steuern zurückzahlen plus sechs Prozent Zinsen im Jahr. Klarheit, ob der einzelne Fonds die Steuervorteile behalten darf, gibt es immer erst, wenn die Betriebsprüfer am Werke waren. Die Krux: Die Prüfer äußern sich meist erst zwei bis drei Jahre, nachdem der Anleger investiert hat.

Das kann gut gehen, muss es aber nicht. 4676 Anlegern, die im vergangenen Jahr in den Fonds Mediastream IV des Düsseldorfer Initiators Ideenkapital investierten, flog gerade das ganze Konstrukt um die Ohren. Die prognostizierte Rendite rauschte von zwölf Prozent auf weniger als vier. Ob selbst diese je erreicht werden, ist fraglich. Die Fonds sind deshalb nur etwas für Anleger, die den Steuerjuristen der Fonds vertrauen.

Auch ohne das steuerliche Damoklesschwert sind Medienfonds riskant. Der Geschmack der Zuschauer ist schwer vorhersehbar, im Dickicht der vielen an der Produktion Beteiligten versickern Millionen Euro. Das Verlustrisiko versuchen Anbieter mit Bankgarantien zu minimieren. Beispielsweise die LHI mit dem Fonds Kaledo II. Als Ausschüttung sind 155 Prozent der Zeichnungssumme abgesichert. Die sind aber zu versteuern. Zudem muss der Anleger für 37,9 Prozent seiner Beteiligung einen Kredit aufnehmen. Dessen Tilgung geht ebenfalls zu Lasten der Ausschüttungen.

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Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 50 vom 02.12.2004 Seite 116 folgende

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