Finanzbehörden streichen oft Steuervorteile
Anleger-Ärger mit geschlossenen Fonds

Ärger für Initiatoren an allen Fronten. Am schlimmsten trifft es den Filmfondsanbieter VIP: Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen Steuerhinterziehung und Betrugs gegen VIP-Manager.

Ein Großteil der rund 650 Millionen Euro, die VIP für die Fonds VIP 3 und 4 einsammelte und für die zwei Großbanken den Anlegern eine Kapitalerhalt-Garantie gegeben haben, soll nicht in Filme geflossen, sondern als Sicherheit für die Garantien auf Konten der Banken gewandert sein. Damit seien die Anleger kein - für den Steuervorteil nötiges - echtes Risiko eingegangen.



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Laut VIP-Chef Andreas Schmid ist der Vorwurf "haltlos". Dennoch werden die ähnlich konzipierten Fonds VIP 5 und 6 rückabgewi-ckelt. Streicht der Fiskus bei VIP 3 und 4 nachträglich die Verluste, müssen Anleger Steuern nachzahlen. VIP und Hauptvertriebspartner Commerzbank drohen dann Schadensersatzklagen von Anlegern. Auch Börsengänger HCI und einige Sparkassen stehen massiv in der Kritik. Sie haben laut Anwalt Mathias Nittel mit "irreführenden Angaben" für den Schiffsfonds "HCI Shipping Select XI" geworben. "Deshalb müssen sie den Anlegern womöglich ihr Geld zurückzahlen."

Einen falschen Eindruck erweckt wohl auch Initiator BVT im Prospekt zum US-Policenfonds "Life Bond III". Obwohl Teile des Fiskus das anders sähen, gehe man davon aus, "dass die Erträge weit gehend steuerfrei sind", heißt es dort. Jetzt stellte das Finanzministerium klar: Erträge von US-Policenfonds sind steuerpflichtig. Schon 2004 hatten zwei Oberfinanzdirektionen gleichlautende Erlasse rausgegeben. Trotzdem hat BVT, anders als andere Anbieter, die Rendite auf steuerfreier Basis kalkuliert und eine niedrigere Rendite als unwahrscheinlich dargestellt.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 41 vom 06.10.2005 Seite 114

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