Finanzgericht sieht Gestaltungsmissbrauch
Vermietung an Ehefrau steuerlich unwirksam

Nicht alle Rechtskonstruktionen, die sich nahe Angehörige zur Steuerersparnis ausdenken, kommen vor Gericht durch. Dies musste jetzt auch ein Ehepaar vor dem Finanzgericht München erfahren, das erheblichen Erhaltungsaufwand des selbst genutzten Hauses einkommensteuerlich nutzbar machen wollte.

li DÜSSELDORF. Das Paar hatte ein geerbtes Anwesen derart vertraglich aufgeteilt, dass der Ehemann über ein Nutzungsrecht an der ersten Etage verfügte und seine Frau am Erd-, Keller- und Dachgeschoss. Der Mann hatte ferner alle Erhaltungsaufwendungen des Hauses zu tragen - die normalerweise bei selbst genutzten Wohnräumen steuerlich nicht absetzbar sind. Der von den Klägern vertraglich vereinbarte Ausweg bestand nun darin, dass die Klägerin von ihrem Mann sowohl die von den Eheleuten bewohnte Wohnung in der ihm zustehenden ersten Etage als auch einen Raum für ihren Büroservice und Lettershop mietete. In der Steuererklärung gab der Kläger dann Mieteinnahmen von 2 000 Euro an, denen Werbungskosten wegen Erhaltungsaufwands in zehnfacher Höhe gegenüber standen.

Vor dem Finanzgericht scheiterte aber die Anerkennung der "Vermietung" des Raumes für den Lettershop. Das Gericht erklärte den Mietvertrag und damit alle "Werbungskosten" für steuerlich belanglos. Der Grund: Bei nahen Angehörigen sei stets zu prüfen, ob ein solcher Vertrag auch mit einem Fremden abgeschlossen worden wäre. Dies wäre aber im konkreten Fall niemals passiert, so die Richter. Der Gewerberaum war nämlich nur schwer zugänglich - der Weg führte direkt durch das eheliche Schlafzimmer.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%