Firmenwagen
Der Chef ist immer dienstlich unterwegs

Wenn ein Unternehmer mit dem Firmenwagen zur Arbeit fährt, ist das immer eine Dienstfahrt – und der Fiskus geht leer aus. Anders sieht es bei Angestellten aus. Ein Urteil des obersten Finanzgerichts sorgt für Klarheit.
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DüsseldorfWer Gegenstände oder Leistungen des Unternehmens für private Zwecke nutzt, begibt sich steuerrechtlich in den Bereich der sogenannten „unentgeltlichen Wertabgaben“. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Arbeitnehmer unentgeltlich mit einem Auto der Firma von seiner Wohnung zum Arbeitsplatz befördert wird. Für solche Wertabgaben verlangt das Finanzamt Umsatzsteuer.

Doch wie sieht es aus, wenn ein Unternehmer einen Wagen der Firma für Fahrten zwischen seiner Wohnung und dem Betrieb nutzt? Diese Frage war Gegenstand eines Rechtstreits mit einer besonderen Konstellation. Denn der Kläger war gleichzeitig Inhaber eines Einzelunternehmens, alleiniger Gesellschafter sowie Geschäftsführer einer GmbH. Sein Geschäftsführeranstellungsvertrag enthielt eine Vereinbarung, dass er den PKW der GmbH auch für private Zwecke nutzen darf.

Für das Finanzamt war der Fall klar: Bei den Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb handele es sich um eine private Nutzung des PKWs .Und diese unentgeltliche Wertabgabe sei umsatzsteuerpflichtig. Als Bemessungsgrundlage veranschlagte das Finanzamt 87 Cent je gefahrenen Kilometer. Das Finanzgericht folgte in erster Instanz dieser Einschätzung – mit der Begründung, dass die Fahrten steuerlich genauso zu behandeln seien wie die unentgeltliche Beförderung von Arbeitnehmern mit einem Betriebsfahrzeug.

Mit dieser Argumentation war der Bundesfinanzhof (BFH) aber nicht einverstanden und hob das Urteil des Finanzgerichts auf (Az.: XI R 36/12). In ihrer Begründung setzten sich die obersten Finanzrichter insbesondere mit der Analogie zur steuerlichen Behandlung der Fahrten von Arbeitnehmern auseinander.

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BFH regelt jahrelang strittige Frage

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  • wäre schön wenn der Staat bei seinen Ausgaben auch so oberpimperlich auf´s Geld schauen würde; im Gegensatz zum Unternehmer der sich den Arsch für seine Kohle aufreisst und i.d.R. jeden Tag 12-14 Stunden tätig ist...hält der Staat eigentlich nur seine Hände für´s NICHTSTUN auf.

    Oder welchen "persönlichen" Vorteil sieht ein normaler Unternehmer in der Existenz dieses Staates? Ich kann so nichts erkennen, das man dort "dankend für seine Arbeit" unterstützt wird. Im Gegenteil...Steine im Weg und Verwaltungsarien bis zum umfallen; das ist aber kaum wertschöpferisch. Aber der Staat kennt es ja nicht anders.

  • Die Gier des Staates ist grenzenlos und kein Mittel zur Aufhetzung der Steuerzahler tabu. Neben dem 1% BLP und km Geld zur Arbeitsstätte, bald die Maut und dann nocheinmal 85Cent / km Umsatzsteuerpflichtig zu kassieren. Als Unternehmer hat man wirklich andere Probleme als jede Betriebs-Ausgabe dem Finanzamt auf den Cent hin aufzuschlüsseln und dann noch so zu deklarieren, daß es auch noch juristisch haltbar ist. Ausland ist auch keine Lösung, unsere Kinder brauchen die Arbeitsplätze in D!
    Für mich ist das Wahlwerbung für die Kommunisten?

  • Die Mächtigen werden immer mächtiger und die Reichen immer reicher.

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