Firmenwagen
Dienstwagen werden neu besteuert

Schon seit Anfang des Jahres ist die pauschale Ermittlung des privaten Nutzungsanteils von Firmenwagen nach der "Ein-Prozent-Regelung" nur noch zulässig, wenn das jeweilige Fahrzeug zu mehr als fünfzig Prozent betrieblichen Zwecken dient. Trotz der Unsicherheit über die beizubringenden Nachweise hat die Finanzverwaltung ihre Anforderungen erst im Sommer konkretisiert.

Nach wie vor gilt, dass die durch eine private Mitbenutzung betrieblicher Kraftfahrzeuge verursachten Kosten den Gewinn nicht mindern dürfen und Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte nur bis zu einer festgelegten Höhe als Betriebsausgaben abzugsfähig sind. Und auch künftig steht dem Unternehmer die Möglichkeit offen, die auf seine privaten Fahrten tatsächlich entfallenden Kosten anhand eines Fahrtenbuchs nachzuweisen.

Verzichtet er darauf oder wird die Ordnungsmäßigkeit des geführten Fahrtenbuchs vom Finanzamt nicht anerkannt, sieht das Einkommensteuergesetz (EStG) zwei Methoden zur pauschalen Nutzungswertberechnung vor: Bei Anwendung der ertragsteuerlichen "Ein-Prozent-Regelung" werden Privatfahrten für jeden Kalendermonat mit einem Prozent des inländischen Listenpreises abgegolten, während für Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte sowie Familienheimfahrten die äußerst komplizierte Berechnung des abzugsfähigen Unterschiedsbetrages zwischen einem prozentualen Anteil des Listenpreises und den gefahrenen Entfernungskilometern vorgeschrieben ist.

Eine pauschale Berechnung der auf Privatfahrten entfallenden Kosten anhand der "Ein-Prozent-Regelung" setzt jedoch voraus, dass das betriebliche Kraftfahrzeug auch tatsächlich für Privatfahrten genutzt wird. Im Gegenzug stoßen bloße Behauptungen, das betreffende Kraftfahrzeug diene ausschließlich betrieblichen Zwecken, regelmäßig auf taube Ohren. Nach den geltenden Verwaltungsanweisungen sollen die Finanzämter derart "lebensfremden und daher untypischen" Vorträgen keinerlei Glauben schenken.

Denn unbestreitbar erfreute sich die eigentlich zur Verwaltungsvereinfachung erdachte Pauschalermittlung in vielen Fällen mit überwiegender bis nahezu ausschließlicher privater Nutzung als Steuersparmodell zunehmender Beliebtheit. Diesem Treiben mochte der Gesetzgeber angesichts leerer Kassen wohl nicht länger zusehen und stopfte - neben weiteren - auch dieses Schlupfloch mit dem "Gesetz zur Eindämmung missbräuchlicher Steuergestaltungen" vom 28. April 2006. Rückwirkend zum 1. Januar 2006 wurde darin die pauschale Nutzungswertbesteuerung durch Unternehmer und Freiberufler auf Fahrzeuge beschränkt, die zu mehr als fünfzig Prozent betrieblich genutzt werden (so genanntes notwendiges Betriebsvermögen).

Der prompt einsetzende Protest seitens der Wirtschaft wirkte hinsichtlich der beanstandeten steuerlichen Mehrbelastungen und der vorgeblich überraschenden Streichung des Steuerprivilegs allerdings wenig überzeugend - gilt doch die gleiche Beschränkung der pauschalen Nutzungswertermittlung für gemietete oder geleaste Kraftfahrzeuge schon seit etlichen Jahren. Durchaus berechtigt war angesichts der gesetzlichen Rückwirkung auf den Jahresbeginn dagegen die Kritik an der mangelnden Offenlegung der beizubringenden Nachweise.

Diese Zweifel hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) zwischenzeitlich geklärt und entgegen aller Befürchtungen auf allzu hohe oder in der betrieblichen Praxis nur schwer zu erfüllende Anforderungen verzichtet. So gibt das Anwendungsschreiben vom 7. Juli 2006 (- IV B 2 - S 2177 - 44/06 / IV A 5 - S 7206 - 7/06 -) vor, dass zum betrieblichen Nutzungsumfang alle betrieblich veranlassten Fahrten rechnen, namentlich auch Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte oder Familienheimfahrten.

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