Firmenwagen
Unfallschaden kann geldwerter Vorteil sein

Betrunken einen Firmenwagen zu Schrott fahren ist nicht nur ärgerlich. Den Schaden muss der Manager auch noch als geldwerten Vorteil versteuern, wenn er ihn nicht aus eigener Tasche bezahlt.

Ein geschäftsführender Gesellschafter setzte sich betrunken in den firmeneigenen BMW 730i und fabrizierte einen Totalschaden. Sein Unternehmen verkaufte den Wagen daraufhin zum Schrottwert von 5 900 Euro. Wenig später rückten Finanzbeamte zur Betriebsprüfung an und monierten nach Durchsicht der Akten: Das Unternehmen hätte von seinem Geschäftsführer 20 600 Euro Schadensersatz fordern müssen, schließlich sei der Wagen vor dem Unfall 26 500 Euro wert gewesen. Der Verzicht auf Entschädigung sei ein "geldwerter Vorteil", den der Manager voll versteuern müsse.

Doch der wehrte sich: Für die Privatnutzung des Firmen-BMW sei doch bereits pro Monat ein Prozent des Listenpreises zu seinem Gehalt addiert worden. Damit seien sämtliche "geldwerten Vorteile" aus der Nutzung des Firmenwagens abgegolten, also auch Unfallkosten. Nein, sagte der Bundesfinanzhof (VI R 73/05). Die Ein-Prozent-Methode decke nur "typische Kfz-Kosten" ab. Wenn das Unternehmen auch noch Unfallkosten übernehme oder wie hier auf Schadensersatz verzichte, sei das ein gesondert zu versteuernder Gehaltsbestandteil.

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