Folgen der Abgeltungssteuer
Dachfonds werden attraktiver

Die anstehenden Steuerregeln bringen die Fondsbranche in Bewegung. Nach Einschätzungen von Experten dürften bis Ende kommenden Jahres Teile der Bestände umgeschichtet werden. Vor allem Dachfonds, die wiederum in einzelne Fonds investieren, dürften auf eine verstärkte Nachfrage treffen. Denn für Umschichtungen innerhalb dieser Produkte fällt keine Abgeltungsteuer an.

FRANKFURT. Tendenziell begünstigen die Veränderungen in der Übergangszeit bis Ende nächsten Jahres Aktienfonds. Die von den Fondsmanagern realisierten Kursgewinne tragen den größten Teil zur gesamten Wertentwicklung des Portfolios bei. Wenn Anleger jetzt noch Fondsanteile kaufen und nach einem Jahr oder später verkaufen, sind diese Wertzuwächse abgeltungsteuerfrei. Mit der Schonfrist bei Wertzuwächsen im Rücken dürften gerade Aktienfonds in der Übergangszeit bei langfristigen Investments stärker gefragt werden - wenn auch die Anlageberater mitspielen.

Den größten steuerlich bedingten Nachfrageschub erwarten Fachleute für Fonds, die möglichst breit anlegen, wie eine Vermögensverwaltung arbeiten und daher für langfristige Investments wie zur Altersvorsorge geeignet sind. In diese Gruppe fallen insbesondere flexibel arbeitende Dachfonds und sogenannte Lebenszyklusfonds mit automatischen Anpassungen der Depots bis zur Fälligkeit, teilweise auch Mischfonds.

"In der Übergangszeit werden alle Fonds profitieren, die eine Vermögensverwaltung in einem Produkt ermöglichen", sagt beispielsweise Christoph Braun, Partner von Lupus Alpha Asset Management. Die Sauren-Gruppe und auch unabhängige Beobachter erwarten einen regelrechten Run insbesondere auf Dachfonds. Andere Adressen wie der kleinere Vermögensverwalter Huber Portfolio erwarten darüber hinaus ein Vordringen der Zertifikatefonds, in denen der Manager Zertifikate - analog zu Einzelfonds bei Dachfonds - als Bausteine einsetzt.

Der Anleger kann diese Produkte bei Kauf bis Ende nächsten Jahres theoretisch bis zum Eintritt ins Rentenalter halten und sich damit steuerfreie Veräußerungsgewinne sichern. Das erspart ihm einen Wechsel der Produkte je nach Lage an den Kapitalmärkten beim Management des Fondsdepots in Eigenregie. Nach einem Kauf ab 2009 müsste er bei jedem Verkauf Abgeltungsteuer zahlen. Zwar schichtet auch der in Einzelfonds der verschiedensten Vermögensformen investierende Dachfondsmanager sein Portfolio bei Bedarf um, erhöht beispielsweise die Quote der Aktienfonds zu Lasten der Immobilienfonds - aber ohne dass Abgeltungsteuer anfällt. Bei einem Dachfondskauf ab 2009 hat der Anleger immerhin noch den Vorteil der Steuerstundung, da die Abgeltungsteuer erst bei Verkauf des Dachfondsanteil greift.

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