Freibeträge nutzen
So bekommen Sie jeden Monat mehr Netto

Wer hohe Kosten für Fortbildungen oder eine doppelte Haushaltsführung hat, kann schon während des Jahres Steuern sparen. Möglich machen das Freibeträge – für 2018 sollten sie schon bald beim Finanzamt beantragt werden.
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BerlinWer Ausgaben für den Job hat, muss nicht bis zur Steuererklärung warten, um eine Erstattung vom Finanzamt zu erhalten. Mit einem Freibetrag auf der elektronischen Lohnsteuerkarte können diese Kosten bereits bei der monatlichen Gehaltsabrechnung vom Arbeitgeber berücksichtigt werden. Der zieht dann einfach vom Brutto weniger Steuern ab. Wer einen weiteren Weg zur Arbeit hat, kann sich beispielsweise die Entfernungspauschale für die Fahrt von der Wohnung zum Job als Freibetrag eintragen lassen.

Auch hohe Fortbildungskosten, die Ausgaben für das häusliche Arbeitszimmer oder Aufwendungen für die doppelte Haushaltsführung können als Freibetrag festgeschrieben werden. Bedingung: Die Werbungskosten müssen mindestens den Arbeitnehmer-Pauschbetrag überschreiten, der zurzeit bei 1.000 Euro liegt. Zusätzlich verlangt die Finanzverwaltung für einen Freibetrag für Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen, dass die Summe der Kosten über 600 Euro liegt. Wer also beispielsweise als Arbeitnehmer einen Freibetrag für Werbungskosten eingetragen haben möchte, muss auf mindestens 1.600 Euro kommen.

Bis spätestens Ende Januar 2018 müssen die Anträge eingegangen sein. Da es verschiedene Arten von Ausgaben gibt, die in der Steuererklärung anerkannt werden, hat die Finanzverwaltung zum kommenden Jahr die Formulare umgestellt. Nun gibt es einen Hauptvordruck, mit dem der Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung gestellt wird. Daneben gibt es verschiedene Anlagen – etwa für Werbungskosten, Kinder oder außergewöhnliche Belastungen. Der Arbeitnehmer muss neben dem Hauptvordruck nur die Anlagen ausfüllen, die er für seinen Antrag benötigt.

Ein Freibetrag kann außerdem für zwei Jahre beantragt werden. Wer also bereits für dieses Jahr einen Antrag gestellt hat, kann davon auch 2018 noch profitieren und spart sich den neuerlichen Antrag beim Finanzamt. Arbeitnehmer, die sich im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren 2018 einen neuen Freibetrag eintragen lassen, können wählen: Entweder wird der Freibetrag bis Ende 2019 berücksichtigt – oder sie beantragen den Freibetrag nur für ein Jahr, um ihn zum Beispiel später noch einmal zu ändern.

Der Freibetrag ist ein Jahresbetrag und wird auf die Monate, die der Antragsstellung folgen, verteilt. Ein Beispiel: Sie beantragen einen Freibetrag für Werbungskosten in Höhe von 1.800 Euro für das Jahr 2018 und reichen den Antrag am 30. November 2017 ein. Das Finanzamt verteilt die Summe auf jeden Monat, sodass von Januar bis Dezember monatlich 150 Euro beim Lohnsteuer-Abzug berücksichtigt werden.

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