Gastrobetrieb im Theater ist steuerpflichtig
Getränk im Theater wird teurer

Getränke und Speisen bei Kulturveranstaltungen dürften in Zukunft teurer werden. Wie der Bundesfinanzhof (BFH) in einem jetzt veröffentlichten Urteil entschieden hat, ist die häufig anzutreffende Abgabe von Speisen und Getränken in einem Theater keine steuerbefreite Nebenleistung zur Theatervorstellung.

mkm MÜNCHEN. In dem Rechtsstreit ging es um die Auslegung von Art. 13 der 6. EG-Richtlinie. Danach sind solche Leistungen von der Steuerbefreiung ausgeschlossen, die nicht unerlässlich und im wesentlichen dazu bestimmt sind, der Einrichtung zusätzliche Einnahmen zu verschaffen, die in unmittelbarem Wettbewerb zu anderen, umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen durchgeführt werden. Die Theaterbetreiberin war der Auffassung, beide Voraussetzungen müssten gemeinsam vorliegen. Bei ihr fehle es am Merkmal des Wettbewerbs, weil das Theater außerhalb der Stadt im rein gewerblich geprägten Freihafengebiet liege und Speisen und Getränke demzufolge nahezu ausschließlich an Theaterbesucher abgegeben würden.

Der BFH war anderer Auffassung. Gastronomieumsätze im für jedermann zugänglichen Bereich eines Theaters, insbesondere auch der Betrieb eines für jedermann zugänglichen Restaurants, hätten aus der Sicht des Verbrauchers einen eigenen vom Theaterbesuch unabhängigen Zweck. Sie seien für die Aufführung nicht unerlässlich. Zwar sei die Abgabe von kleinen Speisen, Getränken und Süßwaren an Theaterbesucher üblich und werde vom Besucher erwartet. Das allein rechtfertige jedoch nicht schon deren Beurteilung als steuerbefreite Nebenleistung. Hinzu komme, dass sich die Restaurationsumsätze der Klägerin mit bis zu 12 % der Gesamtumsätze ein eigenständiges Gewicht gehabt hätten.

AZ: BFH: V R 20/03

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