Gebühren nur beschränkt als Werbungskosten abzugsfähig
Vermögensverwaltung: Fiskus bleibt restriktiv

Immer mehr Geldanleger lassen ihr Vermögen von Profis verwalten. Die Gebühren dafür sind nur sehr beschränkt als Werbungskosten abzugsfähig.

Nicht zuletzt der Zusammenbruch des Neuen Marktes hat viele Anleger bewogen, den Erhalt und Wertzuwachs ihres Kapitals doch lieber professionellen Vermögensverwaltern in die Hände zu geben. Der gestiegenen Nachfrage entsprechen neben freien Vermögensverwaltern zunehmend auch Kreditinstitute und offerieren spezifisch auf die vom Kunden vorgegebenen Ziele (Vermögenserhalt, Wertzuwachs, Rendite) ausgerichtete Vermögensverwaltungsverträge.

Entscheidenden Einfluss auf die Höhe der dafür zumeist jährlich anfallenden Vermögensverwaltungsgebühren haben vertragliche Vereinbarungen, ob mit dem pauschalen oder erfolgsabhängigen Honorar auch Transaktionskosten wie Bankspesen, Provisionen, Maklercourtage oder Aufschläge abgegolten sind. Kaum verwunderlich, dass sich die Mehrzahl der Kapitalanleger für eine solche Vertragsgestaltung entscheidet. Denn der Wegfall von Transaktionskosten begünstigt nicht nur die Käufer von Fondsanteilen, sondern schließt vor allem unliebsame Überraschungen bei allzu intensiven Kapitalumschichtungen seitens des Vermögensverwalters aus.

Fiskus lehnt Abzug meist ab

Allerdings hängt die effektive Rendite einer Vermögensverwaltung nicht unwesentlich vom Abzug der Vermögensverwaltungsgebühren als Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen und aus privaten Veräußerungsgeschäften ab. Von der zunehmend Verbreitung findenden Vermögensverwaltung hat folglich auch die Finanzverwaltung Notiz nehmen müssen. So befassen sich bereits gleichlautende Verfügungen der beiden nordrhein-westfälischen Oberfinanzdirektionen vom 28. Oktober 2004 (OFD Düsseldorf - S 2210 A - St 212 [D], S 2210 - St 222 [K] -, OFD Münster - S 2128 - 30 - St 22 - 33 -) mit der steuerlichen Behandlung der anfallenden Gebühren.

Unter Verweis auf die bislang ergangene Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) weisen sie die Finanzämter in ihrem Zuständigkeitsbereich an, den Werbungskostenabzug abzulehnen, wenn sich die Gebühren ausschließlich nach den nicht steuerbaren Wertsteigerungen des verwalteten Vermögens bemessen. Selbst dann, wenn aus den Anlagegegenständen zugleich steuerpflichtige Einnahmen aus Kapitalvermögen erzielt werden. Hat der Anleger dem Vermögensverwalter hingegen konkrete Weisungen erteilt, nach denen nicht die Realisierung von steuerpflichtigen Erträgen, sondern die Realisierung (nicht steuerbarer) Wertsteigerungen im Vordergrund steht, sollen die Vermögensverwaltungsgebühren allenfalls anteilig zum Werbungskostenabzug zugelassen werden.

Fiskus kürzt und verlangt Unterlagen

Kritische Rückfragen wohl nicht nur seitens der nordrhein-westfälischen Finanzämter stehen ferner zu befürchten, wenn mit der Vermögensverwaltungsgebühr zugleich alle Transaktionskosten abgegolten sind. Denn bei diesen handelt es sich unstreitig um Anschaffungsneben- und Veräußerungskosten, die lediglich bei der Berechnung steuerpflichtiger privater Veräußerungsgewinne zählen. Sollte sich der Anteil der auf die Einnahmen aus Kapitalvermögen entfallenden Transaktionskosten nicht anhand der vorgelegten Unterlagen ergeben, dürfen die geltend gemachten Aufwendungen um ein Drittel gekürzt werden.

Damit nicht genug: Erst dann erfolgt die im Regelfall aufwändige Aufteilung der gekürzten Verwaltungsgebühren auf ertraglose und ertragbringende (steuerpflichtige) Kapitalanlagen. Zu diesem Zweck ist (!) der steuerpflichtige Kapitalanleger nach den OFD-Verfügungen zur Vorlage folgender Unterlagen aufzufordern:

- Vermögensverwaltungsvertrag,

- differenzierte Depotaufstellung,

- Hinweise in der Depotaufstellung, welche Art von Erträgen die einzelnen Kapitalanlagen abwerfen,

- Auflistung der Veräußerungsgeschäfte, getrennt nach steuerpflichtigen Veräußerungsgeschäften (§ 23 Abs. 1 EStG) und nicht steuerbaren Geschäften sowie

- eine leicht nachvollziehbare Berechnung des abzugsfähigen Teils der Gebühr.

Quelle: Creditreform Nr.03 vom 01.03.2005 Seite 034

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