Gehaltsumwandlung
So werden aus Verlusten Werbungskosten

Gehaltsanteile in eine Beteiligung am Unternehmen umzuwandeln, ist kein schlechter Deal – solange die Firma nicht Pleite geht. Wenn das passiert, hat der Arbeitnehmer immerhin noch einen steuerlichen Vorteil.
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DüsseldorfLohnbestandteile in eine Beteiligung an dem Unternehmen umzuwandeln, bei dem man arbeitet, kann sich für Arbeitnehmer lohnen. Doch was passiert, wenn der Betrieb Pleite geht und der Arbeitnehmer auf dem Verlust seiner Beteiligung – einer Darlehensforderung – sitzen bleibt? Genau auf diese Frage musste der Bundesfinanzhof eine Antwort finden.

Im Geschäftsleben kommt das immer wieder vor: Ein Unternehmen liefert Waren an einen Kunden, doch der kann die Rechnung nicht bezahlen, weil er insolvent geworden ist. Das liefernde Unternehmen kann den Verlust dieser Forderung dann abschreiben. Schwieriger wird es bei Darlehensforderungen. Gewährt beispielsweise eine Kapitalgesellschaft einem Tochterunternehmen ein Darlehen, kann die Kapitalgesellschaft unter bestimmten Voraussetzungen eine Teilwertabschreibung auf ihre Darlehensforderung bilden.

Der Streitfall

In dem Fall vor dem Bundesfinanzhof (BFH) war nun aber ein Arbeitnehmer betroffen: Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten seines Arbeitgebers musste der Kläger aufgrund einer betrieblichen Vereinbarung unbezahlte Überstunden leisten. Die Arbeitnehmer hatten lediglich die Möglichkeit, die Überstundenguthaben in Genussrechtskapital – eine Gewinnbeteiligung ohne Mitbestimmungsrecht – umzuwandeln oder sie in Form zusätzlicher freier Tage abzubauen.

Da der Kläger seine Überstunden nicht per Freizeit rückführen konnte, wandelte er im März 2004 insgesamt 134 Überstunden in eine Genussrechtsbeteiligung um und versteuerte einen Bruttoarbeitslohn von rund 3900 Euro. Dafür wurde ihm netto ein Genussrechtsanteil von rund 2500 Euro gutgeschrieben.

Trotz dieser Rettungsaktion musste das Unternehmen im Jahr 2007 in die Insolvenz gehen und damit war klar, dass das Genussrecht des Klägers nichts mehr wert war. Bei der Einkommensteuer-Veranlagung 2007 machte er daher bei seinen Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit den Verlust als Werbungskosten geltend. Da das Finanzamt das nicht akzeptierte, landete der Fall zunächst beim Finanzgericht und anschließend zur Revision vor dem Bundesfinanzhof.

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BFH weist die Revision zurück

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