Geldwäscheverdacht auch bei anderen Versicherern
Fahnder ermitteln gegen Allianz-Kunden

Der Geldwäsche-Fall der Allianz-Leben weitet sich aus. Wie das Handelsblatt aus Steuerfahnder-Kreisen erfuhr, wird nicht nur gegen Kunden des Stuttgarter Konzerns wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche ermittelt.

ke DÜSSELDORF. "Auch andere Versicherer sind betroffen", sagte ein Fahnder dem Handelsblatt. Um wie viele Steuersünder es sich genau handelt, ist bisher nicht bekannt. Im Fall der Allianz-Leben soll es mittlerweile um 25 000 Kunden gehen. "Wir rechnen mit einem Steuerausfall im dreistelligen Millionenbereich", verlautete aus Kreisen der Ermittler.

Die Fahnder sprechen von systematischem Vorgehen der Kunden. Die Täter hätten Angebote der Versicherungen genutzt, um Schwarzgeld in den legalen Finanzkreislauf einzuführen. In der Regel wurde das Schwarzgeld zunächst auf das Depot einer ausländischen Tochter einer deutschen Bank transferiert. Von dort wurde es in eine deutsche Versicherungspolice investiert. Wegen dieses Procederes prüfen die Behörden, ob sich Versicherungsmitarbeiter möglicherweise der Beihilfe schuldig gemacht haben.

Besonders leicht hatten es Geldwäscher offenbar bei dem 5+7-Modell der Allianz-Leben. Bei diesem branchenweit angebotenen Tarif können Versicherte fünf Jahre lang in die zwölf Jahre laufenden Policen einzahlen. Möglich ist aber auch eine Einmalzahlung. Nach Ablauf der Zeit sind die Erträge steuerfrei.

Erste Hinweise erhielten die Fahnder schon vor Jahren bei einer Bankprüfung. Aber der Geldwäsche-Verdacht ließ sich oft nur schwer erhärten. Denn auffällige Kontobewegungen konnten die Kunden durch eine gültige deutsche Versicherungspolice erklären.

Ein Allianz-Leben-Sprecher sagte, man habe der Staatsanwaltschaft Kundendaten zur Verfügung gestellt. Darüber seien die Kunden informiert worden. Gerüchte, Vorstände hätten Beihilfe zur Hinterziehung geleistet, wies der Sprecher zurück.

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