Firmenwagen in der Steuererklärung: So sinkt die Steuerlast

Geldwerter Vorteil
So sinkt die Steuerlast für den Firmenwagen

Der Firmenwagen ist nicht für alle Arbeitnehmer eine All-inclusive-Leistung. Wer die laufenden Kosten für Benzin und ähnliches selbst zahlen muss, wird sich über ein Urteil des Bundesfinanzhofs freuen.
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MünchenWer einen Firmenwagen fährt, bekommt nicht immer alles vom Chef finanziert. Zuzahlungen sind in vielen Unternehmen durchaus üblich, pauschale Nutzungsentgelte minderten schon bislang den geldwerten Vorteil, den Arbeitnehmer versteuern müssen. Wird die private Nutzung des Dienstwagens über die 1-Prozent-Regelung versteuert, dann verringern solche laufenden pauschalen Zuzahlungen den monatlich zu versteuernden geldwerten Vorteil. Bisher galten jedoch selbst getragene Benzinkosten für die private Nutzung des Firmenwagens nicht als Werbungskosten. Die Finanzverwaltung erkannte solche individuellen Kosten nicht an.

Das hat sich jetzt geändert: Der Bundesfinanzhof hat in einem aktuellen Urteil entschieden, dass solche individuellen Ausgaben als Werbungskosten abziehbar sind (Az.: VI R 2/15). Im zugrundeliegenden Fall hatte ein angestellter Außendienstmitarbeiter einen Firmenwagen auch zu seiner privaten Verfügung.

Er zahlte sämtliche Benzinkosten selbst – sowohl für die beruflichen als auch für die privaten Fahrten, insgesamt eine Summe von knapp 5.600 Euro. Die übrigen Fahrzeugkosten übernahm sein Chef. Der Arbeitnehmer versuchte nun, diesen Betrag in seiner Steuererklärung als Werbungskosten geltend zu machen – vergeblich. Das Finanzamt verwies auf die Anwendung der 1-Prozent-Methode, wonach der Nutzungsvorteil pauschal ermittelt werde.

Das wollte der Außendienstler nicht auf sich beruhen lassen und zog vor Gericht. Das Finanzgericht Düsseldorf gab ihm Recht, ebenso der Bundesfinanzhof. Die Richter erklärten, dass – wie beim pauschalen Nutzungsentgelt – nur die Differenz zwischen dem Wert der Zuwendung des Arbeitgebers und den Aufwendungen des Arbeitnehmers als geldwerter Vorteil anzusehen ist.

„Nichts anderes gilt, wenn der Arbeitnehmer im Rahmen der privaten Nutzung einzelne (individuelle) Kosten (hier: Kraftstoffkosten) des betrieblichen PKW trägt“, argumentierte der Senat. Der Arbeitnehmer sei in dieser Hinsicht nicht bereichert, da er selbst Geld aufwende, um das Auto privat nutzen zu können.

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1-Prozent-Methode gilt weiter

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