Steuern
Gericht stoppt Steuertrick von Spekulanten

Besonders spekulative Geldanlagen, bei denen ein Verlust der Einlage oder die Wertlosigkeit eines Geschäftsanteils droht, werden von manchen Anlegern lieber nicht im Privatvermögen behalten, weil dort ein Verlust steuerlich unbeachtlich bleibt.

li DÜSSELDORF. Stattdessen werden die Anlagen angeblich als Bestandteil eines Gewerbebetriebs deklariert, weil dort mit Gewinnen oder Vermögen gegengerechnet werden soll, wenn sich das Risiko der Geldanlage in Form eines Verlustes verwirklicht hat. Dieser Art der Verlagerung von Spekulationsrisiken auf den Fiskus hat jetzt das Finanzgericht Hamburg einen Riegel vorgeschoben.

Im Urteilsfall hatte ein Unternehmer mehrere Millionen Euro über eine GmbH & Co. KG in eine Geldanlage über Geschäftsanteile investiert, die angeblich eine Verzinsung von 1 300 % innerhalb von 50-60 Tagen erbringen konnten. Allerdings ging davon ein Geschäftsanteil im Wert von 767 000 Euro verloren und sollte im Betriebsvermögen der KG gewinnmindernd auf Null abgeschrieben werden.

Das ließen Finanzamt und Finanzgericht jedoch nicht zu: Das Gericht sprach einer solchen Art Finanzanlage von vorneherein die Möglichkeit ab, Betriebsvermögen der Gesellschaft zu werden, weil sie nicht geeignet sei, deren Betriebskapital überhaupt zu stärken. Außerdem stehe diese Geldanlage der Haupttätigkeit der Gesellschaft, die sich in der Baubranche betätigt hatte, so fern, dass diese nur als branchenuntypisch betrachtet werden könne. In diesem Fall seien an die Anerkennung als zum Betrieb gehöriges Vermögen besonders strenge Anforderungen zu stellen, die hier nicht erfüllt seien, weil die Anlage möglicherweise sogar Glücksspiel war.

Quelle: HANDELSBLATT, 11.2.2004

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