Geschlossene Fonds
Wie Steuersparmodelle noch zu nutzen sind

Noch geht das Finanzamt meist leer aus, wenn Anleger Anteile an geschlossenen Fonds vererben. Diesen Steuerbonus will die große Koalition 2007 einkassieren - und das in allen Facetten. Was jetzt noch geht.

Steuervorteile

Anteile an geschlossenen Fonds sind im neuen Jahr nur dann von der Erbschaft- und Schenkungsteuer befreit, wenn der Erbe die ihm zugedachten Anteile mindestens zehn Jahre lang hält - und die Gesellschaft nicht vorher liquidiert wird. Genau das ist der Haken: In den meisten Fällen sind die Steuersparmodelle bis dahin längst ausgelaufen - und das Finanzamt hält die Hand auf.

Zudem müssen die begünstigten Angehörigen mit weiteren Einschnitten rechnen: Für Fonds, die nicht in das Vermögen eines Unternehmens investieren (Schiffe, Immobilien, Versicherungspolicen), können Anleger künftig nicht mehr den steuerlichen Zusatzfreibetrag von 225 000 Euro für Betriebsvermögen (des Fonds) und den Bewertungsabschlag von 35 Prozent in Anspruch nehmen.

Die Vermögenswerte des Fonds stuft das Finanzamt als Privatbesitz und nicht mehr als Betriebsvermögen ein. Damit sind die Fondsanteile genauso gestellt wie vererbtes Bargeld. Der alte Steuerbonus aus Freibetrag und Abschlag gilt noch bis Ende Dezember für Fonds, bei denen der Anleger direkt als Kommanditist und nicht über einen Treuhänder beteiligt ist.

Bewertung

Mieterträge aus Immobilienfonds setzt das Finanzamt 2007 mit der im selben Jahr erzielten Summe an. Die freundliche, noch 2006 gültige Regel, nur den Durchschnitt der vergangenen drei Jahre als Maßstab für den Steuerwert zu verwenden, entfällt. Steigt die Miete vor der Übertragung der Fondsanteile auf die Erben stark an, müssen diese spürbar mehr Erbschaftsteuer zahlen.

Schulden

Die Kredite, die auf den Fondsimmobilien lasten, sind nur noch bis zur Höhe des Steuerwerts der Objekte absetzbar. Bis Jahresende 2006 gilt noch die alte Regel, dass alle Verbindlichkeiten dem zu versteuernden Erbe zuzurechnen sind, auch wenn die Immobilien nur mit einem Bruchteil ihres Verkehrswertes erfasst sind. Erben konnten damit bisher im Einzelfall negative Fondswerte erzielen und damit ihre Steuerlast auf erzielte Einkünfte und Gewinne drücken.

Spekulationssteuer

Vererbt der Anleger Fondsanteile, die er vor weniger als zehn Jahren gekauft hat, müssen die Erben zusätzlich Spekulationssteuer zahlen. Zwar übernimmt der Erbe mit den Anteilen den Grundbesitz und die zugehörigen Schulden, ohne dass Geld fließt, dennoch wertet das Finanzamt dies als steuerpflichtigen Verkauf.

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