Gesetzentwurf
Autobauer fürchten höhere Steuer für Firmenwagen

Deutsche Autobauer befürchten massive Umsatzeinbrüche für den Fall einer höheren Besteuerung von Dienstwagen.

HB HAMBURG. Die Erfahrung habe gezeigt, wie sensibel der Markt in solchen Fällen reagiere, sagte ein Sprecher des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) in Frankfurt. Die Ende 2002 veröffentlichten Pläne für eine Erhöhung der Firmenwagensteuer von 1,0 auf 1,5 Prozent des Neuwagen-Wertes im Monat hätten die Neuzulassungen von Firmenwagen Anfang 2003 zeitweise um mehr als ein Fünftel einbrechen lassen. Das Vorhaben wurde damals wieder fallen gelassen, die Branche machte den Effekt innerhalb von zwölf Monaten wieder wett.

Die Koalition will die Steuervorteile bei privater Nutzung von Dienstwagen nach Angaben aus Koalitionskreisen beschneiden. Ein Gesetzentwurf, der noch vor Weihnachten im Kabinett beschlossen werden soll, sieht vor, dass die Pauschalbesteuerung nur noch dann möglich sein soll, wenn das Auto überwiegend - also zu mehr als 50 Prozent - für betriebliche Zwecke genutzt wird.

Das lasse sich etwa mit einem Fahrtenbuch überprüfen. Die Maßnahme solle dem Staat 2006 zusätzlich 110 Millionen Euro bringen, im Jahr der vollen Wirkung 255 Millionen Euro, berichtete die "FTD".

Firmenkunden machten nach Angaben des VDA 2005 mit 800 000 Neuzulassungen rund 30 Prozent des Inlandsabsatzes der deutschen Hersteller aus. Branchenexperten erwarten einen Absatzrückgang bei Firmenwagen, wenn die Regierungspläne umgesetzt werden. Der Leiter des Instituts B&D Forecast, Ferdinand Dudenhöffer, schätzt den Effekt auf etwa 50 000 Fahrzeuge, die deshalb jedes Jahr weniger neu angemeldet werden dürften. Firmenwagenbesitzer würden abgeschreckt, wenn sie ein Fahrtenbuch führen müssten, um den Genuss des Steuervorteils zu kommen.

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