Größere Eingriffe oder Anschaffungen geballt in ein Jahr legen
Krankheitskosten vom Fiskus zurückholen

Krank sein belastet den Geldbeutel immer stärker. Was viele Bürger nicht wissen: Wer in einem Jahr richtig hohe Ausgaben hat, kann in der Regel einiges vom Finanzamt zurückholen.

HB BERLIN. Ob Praxisgebühr, Kosten fürs Augenlasern, für Arznei, Zahnspange und Klinikaufenthalt, für orthopädische Einlagen oder Taxifahrten zum Arzt - ab einer gewissen Höhe beteiligt sich der Fiskus an den Aufwendungen. "Insbesondere Familie nutzen diese Sparchance aber zu wenig", so die Erfahrung von Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine (BDL).

Sein Tipp: Die Zeit bis zum Jahresende gezielt dazu verwenden, um womöglich teure Anschaffungen wie Brille oder Zahnersatz noch in 2006 zu erledigen - oder aber auf nächstes Jahr zu verschieben, um dann sämtliche Ausgaben zur Gesunderhaltung geballt in einem Jahr abzuwickeln. Absetzbar ist alles, was der Arzt verordnet hat und von den Kassen nicht erstattet wird, wie Stefan Walter vom Bund der Steuerzahler betont. Die Belege für die Ausgaben müssen sorgfältig gesammelt, jede Autofahrt, die mit einer Krankheit zusammenhängt, notiert werden. Pro gefahrenem Kilometer zu Klinik, Arzt oder Apotheker können 30 Cent angesetzt werden.

Grundsätzlich gilt: Krankheitskosten können immer dann als außergewöhnliche Belastung von den Einkünften abgezogen werden, wenn ein bestimmter Eigenanteil überschritten wird. Die persönliche Grenze richtet sich vor allem nach dem Jahreseinkommen (Bruttoverdienst plus Einkünfte beispielsweise aus Vermietung oder Verpachtung minus Werbungskosten). Maßgebend sind aber auch Familienstand und Kinderzahl.

Verheiratete mit bis zu zwei Kindern und Einkünften zwischen 15.340 bis 51.130 Euro im Jahr dürfen ihre Krankheitskosten beispielsweise ab einer 3-Prozent-Grenze absetzen. Die zumutbare Eigenbelastung für eine Familie mit Kind und 30.000 Euro im Jahr liegt beispielsweise bei 900 Euro. Bei einem Ehepaar mit ein oder zwei Kindern und Einkünften von 50.000 Euro beginnt das Limit erst bei 1.500 Euro. Kommt ein dritter Sprössling dazu, sinkt die Grenze auf 500 Euro ab, wie der BDL vorrechnet. Jeder Euro drüber mindert dann schon die Steuerlast. Für kinderlose Unverheiratete in der gleichen Verdienstspanne ist die Regelung weniger günstig. Für sie liegt die Grenze bei sechs Prozent ihrer Einkünfte.

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