Häusliches Arbeitszimmer
Kein Arbeitszimmer zur Fortbildung

Den Fiskus an den Kosten für das häusliche Arbeitszimmer zu beteiligen, ist oft schwierig. In einer aktuellen Entscheidung hat ein Gericht die Grenzen erneut etwas enger gezogen. Was Steuerzahler jetzt wissen müssen.
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DüsseldorfDas häusliche Arbeitszimmer ist ein ständiger Zankapfel zwischen Steuerzahlern und dem Finanzamt. Die Ausgangslage ist klar: Ist das Arbeitszimmer der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit, können die Kosten problemlos im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Das gilt besonders für Selbstständige. Anders ist es bei Arbeitnehmern mit einem festen Job.

Auch sie können Aufwendungen für das Arbeitszimmer abziehen, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Der klassische Fall ist der Außendienstmitarbeiter, der aufgrund seiner Tätigkeit nicht regelmäßig im Büro anwesend und daher auf den Arbeitsplatz zu Hause angewiesen ist. In diesem Fall sind bis zu 1250 Euro abzugsfähig. Ist das Arbeitszimmer gar Mittelpunkt der gesamten Tätigkeit, gilt der unbegrenzte Abzug.

Ansonsten gilt: Steht ein Arbeitsplatz im Betrieb zur Verfügung, ist der Abzug der Aufwendungen grundsätzlich nicht erlaubt, auch wenn ein Arbeitnehmer das Arbeitszimmer zuhause ausschließlich beruflich nutzt. Genau daran scheiterte jetzt die Klage eines Angestellten.

Zu wenig Zeit für die Fortbildung

In dem Streitfall hatte sich ein Angestellter der Steuerabteilung eines Unternehmens am Arbeitsplatz zu Hause weitergebildet und die entsprechenden Aufwendungen in seiner Steuererklärung geltend gemacht. Seine Begründung: Aufgrund seines Arbeitsvertrags sei er zur Weiterbildung verpflichtet.

Da er aber wegen seiner wöchentlichen Arbeitszeit von 42 bis 50 Stunden weder ausreichend Zeit noch die nötige Ruhe dafür finde und der Arbeitsplatz nur von Montag bis Freitag zur Verfügung stehe, habe er das am Wochenende zu Hause erledigt. Diese Begründung erkannte das Finanzamt aber nicht an, da das Arbeitszimmer nicht Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung des Klägers sei.

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Kein Arbeitszimmer zur Fortbildung

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Finanzgericht sprach hartes Urteil

Kommentare zu " Häusliches Arbeitszimmer: Kein Arbeitszimmer zur Fortbildung"

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  • Fortbildung indes ein Bildungsbewußtsein voraus.

    In Anbetracht des (bewußt inkauf genommenen?) Verfalls des Begriffs
    von Bildung dürfte es nicht verwundern: Der Staat braucht das Geld, das er selbst erfunden hat selbst.

    Den Staat interessiert, so wie er heute definiert zu werden scheint, die "Bildung" seiner Büger nicht.

    Der Staat wird heutzutage geführt wie eine GmbH & Co KG.

    Sowas braucht keine Bildung.

    Das braucht Geld.

    Und so verhält sich Staat heutigertage: wie ein wegelagernder geldhungriger Souverän.

    Ohne Geld würde ein Staat zerfallen.

  • Schöner (reißerischer?) Titel ;-) Für nebenberufliche Ausbildungen sollten weiterhin alle Kosten absetzbar sein, denn am Arbeitsplatz kann man i.d.R. nicht studieren.

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