Haftbefehl gegen Zumwinkel-Bruder
Welle von Razzien erreicht weitere Banken

Der Steuerskandal um deutsches Geldanlagen in Liechtenstein zieht Kreise: Nach Metzler, Hauck & Aufhäuser und den beiden Großbanken Dresdner Bank und UBS hat am Dienstag auch die Hamburger Privatbank Berenberg Besuch von der Steuerfahndung erhalten. Umstritten bleibt, ob mutmaßliche Täter noch mit Selbstanzeigen durchkommen. Eine Zeitung glaubt indes, den angeblichen Beschaffer der brisanten Steuer-CD identifiziert zu haben.

ke/HB MÜNCHEN/FRANKFURT/HAMBURG/BOCHUM. Die Berenberg Bank bestätigte am Dienstagnachmittag, dass die Steuerfahndung in einem Einzelfall Unterlagen eines Kunden in Hamburg eingesehen habe. "Die ganze Aktion hat zehn Minuten gedauert", sagte ein Unternehmenssprecher. Zu Details, ob Unterlagen beschlagnahmt wurden oder Personen festgenommen worden seien, wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Zuvor hatte bereits die Schweizer Großbank bestätigt, dass ihre Niederlassung in München Ziel einer Einzelfallprüfung geworden sei. Bereits am Montag war die Niederlassung der Dresdner Bank in München am Promenadeplatz von Beamten der Steuerfahndung besucht worden. Auch in diesem Fall hätten die Ermittler Einblick in Kundenunterlagen verlangt, bestätigte ein Unternehmenssprecher am Dienstag. Die Konzernzentrale in Frankfurt und andere Niederlassungen der Allianz-Tochter waren demnach nicht betroffen. Zu Details wollte sich der Sprecher nicht äußern. Der Sprecher der federführenden Staatsanwaltschaft in Bochum, Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek, war trotz mehrfacher Nachfrage für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Ebenfalls am Montag waren die Münchner Niederlassungen der renommierten Privatbanken Metzler und Hauck & Aufhäuser sowie die beiden Metzler-Standorte am Hauptsitz des Bankhauses in Frankfurt durchsucht worden. "Normalerweise geht es in solchen Fällen immer um Beihilfe zur Steuerhinterziehung", hieß es aus Ermittlerkreisen. "Es werden Beweise dafür gesucht, ob jemand in der Bank bei dem Transport des Geldes nach Liechtenstein behilflich war."

Hintergrund der wohl größten Aktion gegen Steuerhinterziehung in der Geschichte der Bundesrepublik ist ein Datenträger mit umfangreichem Material über Personen, die über das Fürstentum Liechtenstein Steuern hinterzogen haben sollen.

Das » "Wall Street Journal" berichtet am Dienstag, der angebliche Beschaffer der CD mit brisanten Steuerdaten aus Liechtenstein, die der BND übernommen und den Steuerbehörden weitergegeben hat, sei identifiziert. Der ehemalige Angestellte der Bank LTG befinde sich heute vermutlich in Australien. Einer der Autoren des Artikels, David Crawford, sagte bei N24, auch die US-Behörden hätten Daten gekauft und arbeiteten seit einigen Monaten damit.

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