Haftstrafe
Ex-Steuerfahnder muss wegen Steuerhinterziehung hinter Gitter

Der ehemalige Chef der Steuerfahndung im Saarland ist wegen Steuerhinterziehung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden.

HB SAARBRÜCKEN. Der 60-Jährige legte am Freitag vor dem Landgericht Saarbrücken ein umfassendes Geständnis ab und gab den Schmuggel mit etwa 20 Millionen Zigaretten aus Osteuropa zu. Der Angeklagte saß bereits rund 30 Monate in Spanien, den Niederlanden und Saarbrücken in Untersuchungshaft. Diese wird auf die Strafe angerechnet.

»Lesen Sie dazu auch die Handelsblatt-Reportage: Vom Steuerfahnder zum Zigarettenschmuggler

Der Angeklagte gestand, zwischen Mai 2002 und April 2003 in Osteuropa über zahlreiche Tarnfirmen Zigaretten gekauft und am Zoll vorbei nach Spanien, England, Belgien und Frankreich geschmuggelt zu haben. In sieben Containern sei die Schmuggelware, zum Teil versteckt unter Walnusskernen, Polstermöbeln und Sonnenblumenöl, transportiert worden.

Der Steuerschaden liegt nach Angaben der Staatsanwaltschaft bei rund 1,44 Millionen Euro. Die Taten soll der Mann zusammen mit anderen Beschuldigten begangen haben, gegen die teilweise noch ermittelt wird. Der 60-Jährige war zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr für die Steuerfahndung tätig.

Am ersten Prozesstag verständigten sich die Prozessbeteiligten am Freitag wegen des Geständnisses auf das Strafmaß. Da der Beschuldigte nach Anrechnung seiner Untersuchungshaft nur noch eine Reststrafe von einem Jahr und zwei Monaten zu verbüßen hat, wurde der Haftbefehl aufgehoben. Bis zur Verbüßung der Reststrafe bleibt er auf freiem Fuß.

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