Hintergrund
Die Chronik der Steueraffäre

Mit Hilfe gestohlener Bank-Daten aus Liechtenstein haben deutsche Steuerfahnder seit Februar 2008 einen Hinterziehungsskandal von historischem Ausmaß enthüllt. Prominentester Verdächtiger ist bislang der frühere Post-Chef Klaus Zumwinkel. Im Folgenden eine Chronik der Ereignisse:

14. Februar: Steuerfahnder fahren bei Zumwinkel vor, durchsuchen seine Kölner Villa und sein Büro im Post-Tower. Der Haftbefehl wird nach gegen hohe Kaution ausgesetzt. Zumwinkel wird vorgeworfen, mit Geldanlagen in liechtensteinische Stiftungen Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben.

15. Februar: Zumwinkel bietet seinen Rücktritt an. Bundeskanzlerin Merkel nennt den Schritt unvermeidbar. Der Fall erscheint jedoch nur noch als Spitze des Eisbergs: Die Bochumer Steuerfahnder ermitteln gegen bis zu 700 Verdächtige. Alle sollen Kunden der Liechtensteiner LGT-Bank sein.

16./17. Februar: Das Vorgehen des Bundesnachrichtendienstes rückt in den Blickpunkt: Laut Medienberichten zahlte der BND 4,2 Millionen Euro an den anonymen Informanten. Das Bundesfinanzministerium spricht von "gut angelegtem Geld", man hoffe auf Steuernachzahlungen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro.

18. Februar: Die Bochumer Steuerfahnder durchsuchen Geschäftsräume und Wohnungen in Hamburg, Stuttgart, Frankfurt am Main, Ulm und Stuttgart.

19. Februar: Eines der Hauptziele der Steuerfahnder sind Banken in München. Die Ermittler durchsuchen die bayerische Filiale der Schweizer Großbank UBS. Am Tag zuvor hatten bereits die Dresdner Bank und die Privatbanken Metzler sowie Hauck und Aufhäuser Besuch der Fahnder bekommen.

20. Februar: Mit dem obersten bayerischen Datenschützer Karl Michael Betzl bekommt die Steueraffäre ihr zweites Gesicht.

21. Februar: Banker rücken ins Visier, die vermögenden Bundesbürgern bei der Steuerflucht geholfen haben sollen. Das Bankhaus Metzler bestätigt Ermittlungen gegen drei Mitarbeiter, betonte aber, man habe weder für sich oder Dritte in Liechtenstein Stiftungen errichtet oder Kunden in diese Richtung beraten.

22. Februar: Laut Medienberichten sollen sich auch die Namen von Politikern in der Steuersünderdatei befinden. Laut Staatsanwaltschaft gibt es keine Hinweise auf steuerflüchtige aktive Abgeordnete.

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