Hoeneß-Steueraffäre

Haftbefehl könnte auf andere Straftaten hindeuten

Hausdurchsuchungen und Haftbefehle sind nach einer Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung sehr ungewöhnlich. Gegen Bayern-Präsident Uli Hoeneß könnte auch der Verdacht wegen Untreue oder Betrug bestehen.
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Bayern-Präsident Uli Hoeneß beim Champions League Halbfinal-Spiel in München. Quelle: dpa

Bayern-Präsident Uli Hoeneß beim Champions League Halbfinal-Spiel in München.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Steueraffäre um Uli Hoeneß zieht weitere Kreise. Nun wurde bekannt, dass gegen den Präsident des FC Bayern München ein Haftbefehl erlassen und sein Haus durchsucht wurde. Nach einer Zahlung von fünf Millionen Euro soll der Haftbefehl zwar ausgesetzt worden sein. Doch das Verfahren ist ungewöhnlich, denn Hoeneß soll schon im Januar eine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung eingereicht haben.

„Eine wirksame Selbstanzeige wird normalerweise mit Straffreiheit belohnt“, sagt Rolf Schwedhelm, Steueranwalt der Kanzlei Streck Mack Schwedhelm in Köln. „Ein Haftbefehl und eine Hausdurchsuchung sind extrem ungewöhnlich.“ Das könne darauf hindeuten, dass die Selbstanzeige nicht wirksam war oder noch wegen anderer Straftaten ermittelt werde, beispielsweise wegen des Verdachts der Untreue, des Betrugs oder der Bestechung.

„Ein Haftbefehl wird grundsätzlich nur dann erlassen, wenn es einen dringenden Tatverdacht gibt und entweder Fluchtgefahr oder Verdunklungsgefahr besteht“, sagt auch Johannes Grießhammer, Rechtsanwalt und Steuerstrafrechtsexperte der Kanzlei Rödl & Partner in Nürnberg. Im Fall Hoeneß könnte vor allem die Fluchtgefahr der Anlass für den Haftbefehl gewesen sein. „Denn ohne wirksame Selbstanzeige droht bei Steuerhinterziehung in Millionenhöhe eine Freiheitsstrafe“, so Grießhammer.

Nach einer Selbstanzeige werden immer zwei Verfahren eingeleitet: Im Besteuerungsverfahren werden die nachzuzahlenden Steuern ermittelt, im Steuerstrafverfahren wird die Wirksamkeit der Selbstanzeige geprüft. Wer keine Zeit verlieren will, kann mit der Selbstanzeige zunächst auch eine Schätzung des hinterzogenen Betrags an das Finanzamt melden. „Nach Einsicht der Bankunterlagen werden dann die genauen Zahlen nachgeliefert“, sagt Schwedhelm.

Danach noch weitere Angaben nachzuschieben, funktioniert aber nicht. „Der erste Schuss muss sitzen“, erklärt Grießhammer. Denn später sei es sehr schwierig, das Finanzamt davon zu überzeugen, dass Informationen nicht absichtlich zurückgehalten wurden.

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16 Kommentare zu "Hoeneß-Steueraffäre: Haftbefehl könnte auf andere Straftaten hindeuten"

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  • Für jemand der weniger weiß wieviel Scheine in ein Bankbriefumschlag der Größe DIN A4 passen, für den sollte es eigentlich auch egal sein, ob es denn nun wirklich DM oder gar Fränkli waren.

    Wichtig wäre auch zu wissen, wer den Briefumschlag denn wirklich in Empfang genommen hat. Mit Sicherheit nicht Schäuble; denn der ist ein lupenreiner Parteisoldat, frei nach dem Bimbeskanzler Kohl. Da fehlen nur noch Kanther, Koch & Konsorten, wie der damalige Schatzmeister der cdu Walter Leisler-Kiep, controlling.

    Es deutet fatalerweise daraufhin, daß die Republik schwarz erstellt wurde. Auf jeden Fall wird die Republik zusehends von schwarz gesteuert. Gelb hat mit all dem nichts zu tun, bis auf diejenigen, welche mindestens ihre Zusatzrente als verlorenen Posten verbuchten. Wie gewonnen, jedoch nicht zerronnen; denn Kaffefahrten nach Oberstdorf und Spazierwege ins Kleinwalsertal sind immer noch möglich. Irgendwie muß das doch bekannt sein, wenn man Rentner, darf nur Bargeld in begrenzter Höhe mitgeführt werden. Aber wen juckt das schon, wenn die Aufsichtspersonen aus dem gleichen Hause stammen?

  • Sollte sich jeder doch um seinen eigenen Kram kümmern.
    Wer nichts hat, der hat nichts zu verstecken.
    Wer viel hat, der verlegt legal seinen Wohnsitz ins Ausland!!!
    Dort handelt er mit dem Fiskus die Abgaben aus,
    hat dadurch fiskalisch gesehen sicher Vorteile und eine weiße Weste!!
    Da können einem die Neider egal sein.

  • In welcher ideologischen Kapsel leben Sie denn. Ich bin sicher kein Freund von Rot Gruen, aber so viel Ehre moechte ich denen nun doch nicht zukommen lassen. Kohl hat den Euro eingefuehrt, schon vergessen den Dicken mit den Schmiergeldern und den bluehenden landschaften?

  • Habt ihr nicht dem Schaeuble gestern zugehoert? Hoeness ist ein Einzelfall, das Steuerabkommen mit der Schweiz sollte bis zu 10 Milliarden bringen, laut Schaeuble ja wohl alles von Hoeness, denn das ist der Einzelfall. Warum sitzt wohl in Bayern ein Mann in der Psychiatrie, weil er Schwarzgeldtransfers angeprangert hat, warum wurden wohl in Hessen Steuerfahnder fuer notorisch querulant erklaert und aus dem Amt entfernt, weil Hoeness, hier wieder Schaeuble, ein Einzelfall ist. Moechte auch gern mal das Zeug rauchen, was der Schaeuble raucht.

  • schade, auf was ein Niveau das Handelsblatt gesunken, wichtig wäre doch mal festzustellen, was ist mit der von RotGrün ausgelösten Eurokrise und den Milliarden, die RotGrün versenkt hat? Warum brauchen wir denn soviele Steuern, wenn RotGrün nicht soviel verschuldet hätte?

  • Dieser Artikel hat nicht einmal "Bild Niveau". Bild bringt ab und zu was Neues. Frau Katharina Schneider wärmt in dem Artikel nur auf und spekuliert wie will ohne zuvor die wichtigsten Zusammenhänge wenigstes richtig darzustellen. Der Artikel ist eideutig ei Lückenfüllen weil die Süddeutsche heute nichts zum "Verarbeiten" herausbrachte.

  • Die Berichterstattung hat "BILD" Niveau. Bin gespannt wenn sich der erste das Leben nimmt, bei Wulf waren sie ja dicht dran.

  • Das trifft besonders auf J. Trittin zu, als ehemaliger Kommunist. Wenn die an der Regierung sind gibt es 100% Steuern und ein Taschengeld.

  • Die Presse ist Robespierre, Blut überall- wie lange ist das noch Zeitgeist? Nicht vergessen werden sollte wie Robespierre endete. ERSCHROCKEN

  • Wichtig sind gute gesetzte Vitame B, in dieser Hinsicht ist Hoeneß doch auch eiskalter Profi.
    Ich denke er wird schon genug Unterstützer in allen Bereichen (Auch der Oppositin) finden die ihm entsprechend zur Seite stehen.
    Je mehr das Thema in der Öffentlichkeit behandelt wird, desto schneller ist es den Leuten leid.

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