Im kommenden Jahr ändert sich vieles
Steuern sparen: Tipps für die richtige Strategie

Versicherer und andere Anbieter von Finanzdienstleistungen buhlen derzeit um Kunden - meist mit dem Slogan "Jetzt noch Steuern sparen". Tipps für die richtige Strategie.

Das Aufgebot war imposant: Drei ehemalige Staatssekretäre, dazu Rupert Scholz als früherer Senator und Verteidigungsminister warben in einem Hochglanzprospekt für den MSF Deutsche Vermögensfonds I. Die prominenten Herren empfahlen die Investition als "ergänzende Altersvorsorge" mit Steuervorteil. Erfolgreich: Der Fonds sammelte mehr als 100 Millionen Euro ein.

Aggressiv buhlen Anbieter von Steuersparmodellen derzeit ums Geld der Anleger. Sie konkurrieren mit Versicherungskonzernen um die besten Stücke aus der Investmentkasse der gut Verdienenden. Denn sie wissen: Rechtzeitig vor dem Jahresende wollen Steuergeplagte noch etwas tun, wollen sie dem Staat nicht unnötig viel überlassen. Wer Steuern sparen will, muss meist investieren - ein Milliardenmarkt.

Im Kampf um die Ersparnisse setzen die Anbieter der Beteiligungsmodelle auf große Namen. So wirbt die Deutsche Medienkapital mit dem früheren RTL-Chef Helmut Thoma. Wer Anteile an einer Filmproduktion verkaufen will, schickt Fotos von Filmstars ins Rennen: Bruce Willis bei Equity Pictures, Charlize Theron bei VIP. Anbieter von Immobilienfonds loben ihre Gebäude in "Champagnerlagen" (Dr. Ebertz) oder ihre "Premiumimmobilien" (Fundus).

Da mögen die Versicherungskonzerne kaum nachstehen. Mehr als zwölf Millionen Lebensversicherungspolicen wollen sie dieses Jahr an den Mann bringen. Um in den nächsten Wochen noch viele Zauderer zu überzeugen, bombardieren sie potenzielle Kunden mit Slogans wie "Endspurt zum Steuern sparen", "Letzte Chance für steuerfreie Altersvorsorge" oder "Der Countdown läuft". Die Hannoversche Leben verschickte ihren Werbebrief mit einem Angebot bereits nach wenigen Wochen zum zweiten Mal, mit dem generösen Vermerk, dass wegen des großen Andrangs die Annahmefrist verlängert worden sei.

Die Marketingprofis wissen, was ihre Zielgruppe kurz vor Weihnachten neben dem Geschenkekauf bewegt: Steuern sparen. Wer will schon im kommenden Jahr den Brief mit der Nachforderung vom Finanzamt vor sich haben. Lieber jetzt rausholen, was noch zu machen ist, als das Geld dem Fiskus hinterherschmeißen.

So lassen sich Steuern sparen

Das Gute daran: Gerade dieses Jahr lässt sich zaubern. Zum 1. Januar ändern sich wichtige Steuervorschriften - wer vorher geschickt sein Geld verschiebt, saniert nicht den Staatshaushalt, dafür aber die eigene Kasse.

Profitieren lässt sich von sinkenden Steuersätzen. Der Spitzensteuersatz fällt über die Silvesternacht von heute 45 auf 42 Prozent. Wer als Topverdiener Einnahmen ins nächste Jahr verschiebt und Ausgaben vorzieht, senkt seine Steuer.

Nicht der einzige Sparkniff: Neue Kindergeldregeln, das Ende der Steuerfreiheit für neue Lebensversicherungen von 2005 an und Vorschriften für Immobilienbesitzer machen das Steuern Sparen noch vor Silvester attraktiv. Mit der richtigen Strategie lassen sich die Steuern für 2004 drücken und für die Folgejahre gleich mit.

Dazu gehört nicht der MSF Deutsche Vermögensfonds I mit Exwerbeträger Scholz. Dem Fonds droht das Aus wegen unerlaubter Bankgeschäfte, Scholz trat als Beiratsvorsitzender zurück, die Anleger zittern um ihr Geld. Steuern sparen ist schön - aber mit der falschen Strategie gefährlich.

Die WirtschaftsWoche hat die wichtigsten Steuerinvestments zusammengestellt (handelsblatt.com gibt den Beitrag hier im Online-Special wieder).

» Beteiligungsmodelle - Vorsicht geboten

» Immobilien - Verlustgeschäfte vermeiden

» Medienfonds - Riskante Wahl

» Schiffsfonds - Überhitzung droht

» Private-Equity-Fonds - Interessante Gelegenheiten

Mehr: Siehe Special "Steuern - was sich ändert"

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 50 vom 02.12.2004 Seite 116 folgende

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