Interview
„Die Hoffnung, nicht entdeckt zu werden, trügt“

Die Ermittlungsbehörden rücken den Steuersündern zu Leibe. Handelsblatt Online sprach mit Andreas Grötsch über den Ankauf von Steuer-CDs und die Auswirkungen für Schweizer Bankkunden.
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Wird sich für deutsche Anleger mit Vermögen in der Schweiz durch das geplante Abkommen mit Deutschland etwas ändern?
Andreas Grötsch: Das geplante Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz kann nur in Kraft treten kann, wenn der Bundesrat dem Gesetz zustimmt. Derzeit bestehen daran erhebliche Zweifel. Daher hoffen nach wie vor viele deutsche Steuerpflichtige mit ausländischen Kapitaleinkünften, nicht entdeckt zu werden.

Ergibt das Sinn?

Die Hoffnung ist trügerisch. Das zeigen die aktuellen Entwicklungen. Trotz des geplanten Steuerabkommens werden nach wie vor CD´s mit Steuerdaten angekauft. Aktuell wurde eine CD mit Kunden der Credit Suisse Life Bermuda sowie eine CD mit Kunden des Bankhauses Coutts von den deutschen Finanzbehörden angekauft. Aufgrund dieser Daten sind bereits diverse Hausdurchsuchungen durch die Steuerfahndung durchgeführt worden.

Wäre ohne den CD-Handel nichts zu befürchten?

Doch. Den Steuerpflichtigen droht aufgrund der immer weiter verbesserten Auskunftsmöglichkeiten zwischen den Mitgliedsstaaten Gefahr der Entdeckung. Die Schweiz leistet seit Anfang dieses Jahres Amtshilfe in Form eines Informationsaustausches in Steuerangelegenheiten.

Lohnt sich das Verschieben von Geldern in Drittländer?

Generell ist davon auszugehen, dass künftig auch so genannte Gruppenauskünfte zwischen den Mitgliedstaaten möglich sein werden. Insofern ist nicht auszuschließen, dass Deutschland etwa künftig eine Gruppenauskunft von der Schweiz verlangt, welche deutschen Kontoinhaber im Jahr 2012 die Bankkonten in der Schweiz aufgelöst haben und ihr Kapital beispielsweise nach Hongkong transferiert haben. Daher  ist die Empfehlung das Kapital bis 2013 in ein Drittland zu verschieben mit Vorsicht zu genießen. Die Schweiz hat sich in dem geplanten Steuerabkommen mit Deutschland dazu verpflichtet, die zehn größten Transferländer und die Anzahl der Steuerpflichtigen pro Land zu melden.

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Steuerhinterziehungen werden immer härter geahndet

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  • Die hatten ja auch den "Rex".

  • Probleme mit Erbschaftssteuern? So einfach ist das nicht? Von wegen:

    In Österreich wird seit dem 1. August 2008 keine Erbschafts- und Schenkungssteuer mehr erhoben.

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