Investmentgesetz ermöglicht Spezialfonds: Luxemburg bietet Steuerschlupfloch

Investmentgesetz ermöglicht Spezialfonds
Luxemburg bietet Steuerschlupfloch

Privatanlegern aus Deutschland eröffnet sich in Luxemburg ein Steuerschlupfloch. Wer sich auskennt und genügend Kapital mitbringt, kann das Geld in profitablen Spezialfonds unterbringen. Besonders interessant wird diese Option ab 2009.

DÜSSELDORF. Luxemburg hat in der vergangenen Woche sein Gesetz über Spezialfonds geändert. Das neue Gesetz öffnet ein Steuerschlupfloch für deutsche Anleger, sofern sie den Fonds in einem Luxemburger Depot halten.

Seit 13. Februar können einzelne Privatanleger in Luxemburg ihren eigenen Spezialfonds eröffnen. Voraussetzungen dafür sind: Sie können nachweisen, dass sie versierte Anleger sind und bringen zunächst 125 000 Euro mit. Diesen Betrag müssen sie binnen eines Jahres auf 1,25 Mill. Euro aufstocken. "Eine Intention des Luxemburger Gesetzgebers ist es, Anlegern, die sich in Geldanlagen sehr gut auskennen, weniger stark zu beaufsichtigen", sagt Catherine Rückel, Expertin der Steuerberatungs- der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) in Luxemburg.

Den Charme des Gesetzes für Steuersparer beschreibt Rückels Frankfurter Kollege Hans Lauermann-Ulrich so: "Der entscheidende Vorteil eines Spezialfonds für den Privatanleger ist, dass er selbst den Zeitpunkt der Ausschüttung wählen kann." So lassen sich Ausschüttungen in Niedrigsteuerphasen dirigieren.

Noch interessanter wird die Luxemburger Geldanlage ab dem Jahr 2009, wenn in Deutschland eine Abgeltungssteuer von 25 Prozent von Zinserträgen, Dividenden und Veräußerungsgewinne abgezogen werden soll. Aktuell werden auf Fondsebene erzielte Veräußerungsgewinne bei Wertpapierfonds weder in Deutschland noch in Luxemburg besteuert - und zwar unabhängig davon, ob diese Gewinne einbehalten oder ausgezahlt werden. Ab 2009 sollen allerdings ausgeschüttete Veräußerungsgewinne mit einer Abgeltungssteuer von 25 Prozent belegt werden, thesaurierte dagegen steuerfrei bleiben.

Auf Depots, die in Luxemburg liegen, hat der deutsche Fiskus keinen Zugriff, kann also auch keine Abgeltungssteuer erheben. Die wird erst fällig, wenn die Fondserträge auf einem deutschen Konto ankommen. Zwar kann sich der deutsche Anleger auch in Luxemburg nicht der Besteuerung von Zinserträgen entziehen. Doch die dort nach der EU-Zinssteuerrichtlinie erhobene Quellensteuer beträgt bis Juli 2008 nur 15 Prozent, steigt dann auf 20 Prozent und klettert im Juli 2011 auf 35 Prozent.

Privatanleger können so in Luxemburg über viele Jahre ihre Altersvorsorge steuergünstig aufbauen. Erfolgen die Ausschüttungen dann etwa im Rentenalter, in der die Steuerlast geringer als 25 Prozent ist, kann der Spezialfondssparer den niedrigeren persönlichen Steuersatz wählen.

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