Jahresschluss: So können Sie 2012 noch Steuern sparen

Jahresschluss
So können Sie 2012 noch Steuern sparen

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Wer jetzt noch Geld ausgibt, das er später bei der Steuererklärung absetzen kann, optimiert auf elegante Weise seine Steuerlast. Ein Ratgeber für alle Steuer-Sparfüchse.
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DüsseldorfAn Silvester verpulvern die Deutschen wieder einen dreistelligen Millionenbetrag. Doch leider lassen sich Kracher und Kometenschweif steuerlich nicht geltend machen – jedenfalls nicht von Privatleuten. Ein wahres Feuerwerk für Steuersparer lässt sich dennoch entfachen. Dazu müssen Steuerzahler nur ihre Ausgaben bis zum Jahresende sinnvoll planen. „Beim Jahresendspurt ist richtig viel Geld rauszuholen“, sagt etwa Martina Bruse vom neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine.

Wer also seine Steuerlast für 2012 möglichst noch senken möchte, sollte seine Möglichkeiten dazu schnell und systematisch prüfen, damit in den wenigen Wochen bis zum Jahresende auch alle Maßnahmen unter Dach und Fach sind. Arbeitnehmer, Rentner, Anleger oder Hausbesitzer etwa haben eine Reihe von Möglichkeiten, schon jetzt die Höhe der absetzbaren Beträge noch bis zum Jahresende zu beeinflussen. Für Steuersparer ist es also Zeit für einen Endspurt.

Um herauszufinden, ob und wo Steuerzahler jetzt noch den Sparhebel ansetzen können, ist zunächst eine Bestandsaufnahme nötig. Arbeitnehmer sollten daher zunächst prüfen, ob die Summe ihrer Werbungskosten für das Steuerjahr 2012 den vom Finanzamt immer gewährten Arbeitnehmerpauschalbetrag von 1000 Euro übersteigt. Zu den Werbungskosten zählen etwa die Fahrten zur Arbeit, Fachliteratur, Bewerbungskosten oder Arbeitsmittel wie Laptop oder Druckerpatronen.

Auch bei den „außergewöhnlichen Belastungen“ gilt, zunächst eine Hürde zu nehmen. Denn beispielsweise Krankheitskosten, die der Steuerpflichtige selbst getragen hat, akzeptieren die Steuerbehörden nur dann als außergewöhnlichen Belastungen, wenn sie einen zumutbaren Eigenanteil übersteigen. Diese „Zumutbarkeitsgrenze“ liegt abhängig vom Familienstand und der Höhe der Einkünfte bei einem bis sieben Prozent der steuerrelevanten Einkünfte. Ein alleinstehender Rentner etwa mit einem Einkommen von 40.000 Euro im Jahr muss also schon Krankheitskosten von mehr als 2400 Euro nachweisen, damit das Finanzamt die Ausgaben überhaupt als steuermindernd akzeptiert. Der Betrag entspricht sechs Prozent der Einkünfte. Ein Ehepaar drei Kindern und ebenfalls einem Haushaltseinkommen von 40.000 Euro erreicht die Zumutbarkeitsgrenze hingegen schon bei Ausgabe in Höhe von 400 Euro.

Für Arbeitnehmer, die diese Hürden locker nehmen, zahlt sich jeder weitere vom zu versteuernden Einkommen absetzbare Euro bei der Steuererklärung für 2012 aus. Wer aber alle Werbungskosten zusammenkratzt und unter den 1000 Euro bleibt, bekommt trotzdem die Pauschale bei der Steuererklärung vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. Die Suche nach weiteren Werbungskosten wäre also steuerlich ohne Effekt.

Allerdings erreichen viele Arbeitnehmer die 1000-Euro-Grenze schon aufgrund der Tatsache, dass sie eine längere Anfahrt zur Arbeitsstätte haben. Auch wer ein Arbeitszimmer absetzen kann oder hohe Fortbildungskosten hatte, hat gute Chancen. Wird die Grenze sicher erreicht, kann die Suche nach Optimierungspotenzial losgehen.

Kommentare zu "So können Sie 2012 noch Steuern sparen"

Alle Kommentare
  • Warum denn sich aufregen?
    Gesetze wurden schon immer für die Reichen und die Oberschicht gemacht, und der Normalbürger hat eh Nichts davon.
    Sollen wir uns etwas ein Beispiel an den Griechen nehmen, die ungern bis gar keine Steuern bezahlen? Wäre doch eine kleine Überlegung wert! Bekämen wir dann auch einen Schuldenschnitt, und hätten nur noch die Hälfte Staatsschulden .... und müßten auch nicht mehr die Pleiteländer mit finanzieren?

  • Was verstehtst du unter "Staatsapparat". Der ganz große Teil der Staatsausgaben geht für die Zuschüsse zu den Rentenkassen drauf, dann folgen Lehrergehälter und Gehälter des Polizeiapparates, danach die Zuschüsse an die Hochschulen. Natürlich sollte man dort sparen, aber dann machen die Renter, Schüler und Studenten einen Aufstand. Und wenn in den Städten mal wieder jemand totgeschlagen wird, dann schreien alle nach mehr Polizei.

  • Wo soll der/die kleine Angestellte und Arbeiter denn Steuern sparen?
    Es wird doch sofort alles mit der Lohn- und Gehaltsabrechnung einkassiert.
    Auch ist die Überschrift des HB falsch, sie müsste in einer Wirtschaftszeitung eigentich richtigerweise lauten „So können Sie 2012 noch Steuern hinterziehen“.

  • Fast alle Steuerspargesetze können nur von Reichen genutzt werden, von solchen, die sich einen teuren Steuerberater leisten können, der permanent die komplizierten REgelungen studiert.
    Beispiel: Man kann eine eigengenutzte Wohnung absetzen, wenn man sie an sein mittelloses Kind vermietet. Diesem Kind gibt man zuerst das Geld für die Miete und das Kind überweist dann genau diesen Betrag wieder - bekloppter gehts wohl nicht.
    Aber: Man kann dann eben die Werbungskosten für die Immobilie schön absetzen.
    Lässt Bürger "Schlicht" sein Kind einfach so dort wohnen, steht ihm nichts zu.
    Steuern sind nichts weiter als der Abzocke der Kleinen, die Großen nutzen die eigens für sie geschaffenenen Schlupflöcher.
    Was sie nicht zahlen holt man sich dann um so mehr bei den Kleinen.
    Jetzt haben sie die Rentner und Auslandsrentner beim Wickel, 95jährige werden zur Steuererklärung gezwungen.
    Während Reiche ihre Kohle ins Auslandschaffen, steht jeder Bürger nackt vor dem FA und wehe, ihm unterläuft ein Fehler, dann kann es sein, dass er sich strafbar macht.
    Neulich wurde ein Filmbericht von demonstrierenden Italienern gezeigt: Sie hatten das FA gestürmt und die Akten aus dem Fenster geworfen.

  • Wir könnten sogar noch mehr Steuern sparen, wenn wir Lohnsteuerzahler alle gesetzlichen Versicherungsbeiträge vollständig als Werbungskosten von der Steuerbemessungsgrundlage absetzen dürften. Unser Arbeitgeber darf die nämlich schon seit ca. 100 Jahren als Betriebsausgaben ansetzen.

  • Das Sparen beginnt am falschen Ende !
    Gespart werden müsste an unserem korrupten und verlogenen Staatsapparat.
    Doch das wird freiwillig nie geschehen.
    Dazu sind die Menschen zu primitiv und dumm.....

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