Kabinett beschließt Einführung der Abgeltungssteuer
Keine Ausnahme für Fondssparer

Bei der von der Bundesregierung beschlossenen Abgeltungssteuer werden langfristig orientierten Fondssparern keine Ausnahmen eingeräumt. "Für alle Kapitaleinkünfte wird es einen einheitlichen Steuersatz geben", stellte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) gestern in Berlin klar.

DÜSSELDORF/BERLIN. Kritiker wie die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sehen darin eine Schwächung der privaten Altersvorsorge. Auch die Fondsindustrie läuft dagegen Sturm. Im Zuge der anstehenden parlamentarischen Beratung kann es noch zu Änderungen kommen.

Die große Koalition will mit der Reform der Unternehmensbesteuerung eine Abgeltungssteuer von 25 Prozent auf Kapitalerträge wie Dividenden, Zinsen und Veräußerungsgewinne einführen. Sie soll ab 2009 gelten. Zumindest einige Investoren können aufatmen. Und für den Rest der Anleger gilt: Wer rechtzeitig handelt, kann die zusätzliche Belastung begrenzen. Im Gegensatz zur normalen Einkommensteuer gilt der vorgesehene Satz bei der Abgeltungssteuer für alle Anleger - unabhängig von den erzielten Einnahmen. Lediglich Geringverdiener, deren Steuersatz unter der 25-Prozent-Grenze liegt, können am Jahresende einen Ausgleich einfordern.

Entwarnung gibt es zunächst für zukünftige Erben. Denn der Erbfall gilt steuerrechtlich nicht als "Neuerwerb". Werden also Aktien in einem Nachlass weitergegeben, die der Verstorbene vor Ablauf des kommenden Jahres gekauft hat, kann der Empfänger diese später auch verkaufen, ohne Abgeltungssteuer zu zahlen. Dies bestätigte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums dem Handelsblatt. Dennoch sollten sich alle Anleger rechtzeitig auf die neue Abgabe einstellen. Die Abgeltungssteuer trifft nicht jede Anlageform gleich hart. Die Reform erhöht zwar insgesamt die Steuerlast, bei einigen Kapitalanlagen schlagen die negativen Effekte aber weniger kräftig durch.

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So werden etwa festverzinsliche Wertpapiere durch die steuerliche Obergrenze von 25 Prozent profitieren. Finanzinnovationen wie beispielsweise Garantiezertifikate werden ebenfalls interessanter. Diese Papiere unterliegen momentan immer der Steuerpflicht - auch innerhalb der so genannten Spekulationsfrist. Mit Einführung der neuen Steuer ändert sich daran zwar nichts, dafür verringert sich durch die Deckelung für viele Investoren aber die tatsächliche Steuerlast.

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