Kantonale Steuerordnungen: Brüssel wettert - aber bei Steuern bleibt die Schweiz hart

Kantonale Steuerordnungen
Brüssel wettert - aber bei Steuern bleibt die Schweiz hart

Der Grafenauweg im Schweizer Städtchen Zug hat zwar einen netten Namen - doch ihn säumen zumeist nur sterile, postmoderne Bürobauten. In Nummer 2 etwa sitzt die Firma Nord Stream, die eine Gaspipeline zwischen Russland und der EU durch die Ostsee bauen will und deren Aktionärsausschuss Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder führt.

dpa GENF. Nord Stream und viele andere Firmen sind in Zug ansässig, weil dort der Unternehmenssteuersatz bei nur 13 bis etwa 16 Prozent liegt, im Gegensatz etwa von 38,3 Prozent in Deutschland. Allerdings wären in Irland nur 12,5 und auf Zypern gar nur zehn Prozent zu bezahlen.

Dass in den Kantonen Zug oder Schwyz der Fiskus nur verhalten zugreift, ärgert die EU-Kommission in Brüssel. Nun ist zwischen der Schweiz und der EU ein Streit um die Besteuerung so genannter Holdinggesellschaften entbrannt, doch die Schweizer schalten auf stur. Denn die Steuergesetzgebung ist in der Schweiz weitgehend eine Kantonsangelegenheit. Und so übertreffen sich die 26 Kantone dabei, günstige Steuertarife anzubieten und Unternehmen anzulocken.

Die Unternehmenssteuern machen im Schweizer Durchschnitt etwa 15 bis 20 Prozent des Steueraufkommens der Kantone aus. Etwa 20 000 mobile Kapitalgesellschaften gibt es in der Schweiz. Und es geht ums Geld: Die Holding-Besteuerung bringt den Kantonen drei Milliarden Franken (1,84 Milliarden Euro) Steuereinnahmen pro Jahr. Und der Bund kassiert noch einmal rund eine Milliarde Franken an Steuern von den Gesellschaften.

Als etwa Colgate-Palmolive 2003 ankündigte, den Europasitz von Paris nach Genf zu verlagern, war die Empörung groß. Auch der Lebensmittel-Multi Kraft Foods hat wissen lassen, seinen Europasitz in Zürich einrichten zu wollen. Firmen, die im Ausland ihr Geld verdienen, zahlen in der Schweiz weniger Steuern als einheimische Unternehmen, kritisiert die EU-Kommission. Das Gesetz befreit Gewinne von Holdings, Verwaltungs- und Gemischten Gesellschaften aus ausländischen Quellen von der kantonalen Gewinnsteuer.

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