Keine häusliche Sperre
Kellerraum nur beschränkt wie Arbeitszimmer abziehbar

Das Finanzgericht Hamburg hat jetzt einem Steuersparmodell mit einem wie ein Arbeitszimmer benutzten, angemieteten Kellerraum einen Riegel vorgeschoben.

li DÜSSELDORF. Es ließ die Raumkosten einer Unternehmensberaterin im Nebenberuf nicht in voller Höhe zum Abzug zu, sondern wandte die Abzugsbeschränkung für häusliche Arbeitszimmer bis zum Maximalbetrag von 1 250 Euro auf die geltend gemachten Kosten an, weil ein angemieteter Kellerraum des von der Klägerin mit ihrem Lebenspartner bewohnten Hauses wie ein häusliches Arbeitszimmer zu behandeln sei.

Die Klägerin hatte in den Jahren vor dem Streitjahr schon einmal als selbständige Unternehmensberaterin im Nebenberuf gut verdient. Davon hatte sie eine nicht unbeträchtliche "Miete" für einen von mehreren vermieteten Kellerräumen des gemeinsam und allein mit ihrem nichtehelichen Lebenspartner bewohnten Hauses abgesetzt.

Im Streitjahr beliefen sich ihre Einnahmen aus der Unternehmensberatungstätigkeit auf Null, die "Miete" für den Geschäftsraum in Höhe von 4 200 Euro wollte sie aber weiterhin absetzen, jedenfalls von ihren übrigen anderen Einkünften. Das machten Finanzamt und Finanzgericht nicht mit.

Denn der Kellerraum sei kein von der häuslichen Sphäre getrennt angemieteter Raum, sondern doch in sie so weit eingebunden, dass die Abzugsbeschränkung für häusliche Arbeitszimmer nach § 4 Abs. 5 Nr. 6b Einkommensteuergesetz eingreife. Das Haus verfüge ja nur über einen einzigen Eingang, der auch für die Kellerräume genutzt werden muss.

Auch wenn weitere Kellerräume an verschiedene GmbHs durch den Lebenspartner vermietet wurden, ändere das nichts. Es komme auch nicht darauf an, dass das Finanzamt in den Vorjahren die Miete voll anerkannt und die Arbeitszimmerregelung nicht angewandt habe, weil jedes Jahr eine neue Prüfung der Verhältnisse nötig sei.

Aktenzeichen:
II 477/03

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