Steuertipp: So beteiligt sich der Fiskus an Internatskosten

Kinderbetreuung
So beteiligt sich der Fiskus an Internatskosten

Wer sein Kind in einem Internat betreuen lässt, bleibt bisher meist auf den Kosten sitzen. Die Finanzrichter in Thüringen haben sich nun auf die Seite der Eltern geschlagen. Wie Sie von dem Urteil profitieren können.
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GothaGleich, warum Sie Ihr Kind betreuen lassen müssen: Die Aufwendungen für die Kinderbetreuung können Sie im Prinzip als Sonderausgaben geltend machen. Zwei Drittel der jährlich anfallenden Kosten für Kinderbetreuung dürfen Sie in der Steuererklärung ansetzen – wobei die Kosten den Höchstbetrag von 4.000 Euro pro Kind nicht überschreiten dürfen. Außerdem greift der Steuervorteil nur bei Kindern bis 14 Jahren. Für behinderte Kinder gelten besondere Regelungen.

Zu den Kinderbetreuungskosten zählen beispielsweise

  • Beiträge für den Kindergarten
  • Ausgaben für den Kinderhort
  • das Honorar für die Tagesmutter
  • der Lohn für die angestellte Kinderfrau sowie deren Sozialversicherungsbeiträge oder Fahrtkostenerstattungen.

Voraussetzung für den Abzug in der Steuererklärung ist, dass Sie diese Ausgaben nachweisen können – zum Beispiel mit einer Rechnung. Außerdem wichtig: Die Kinderbetreuungskosten niemals bar zahlen, sondern immer überweisen. Ansonsten akzeptiert das Finanzamt die Kosten nicht.

Wird ein einheitliches Entgelt sowohl für Betreuungsleistungen als auch für andere Leistungen gezahlt, verlangt die Finanzverwaltung, die Kosten aufzuteilen und gegebenenfalls zu schätzen. Wie die Ausgaben für ein Internat zu behandeln sind, musste jetzt das Finanzgericht Thüringen entscheiden (Az.: 2 K 95/15).

In dem vorliegenden Fall besuchte ein elfjähriges Mädchen eine Ganztagsschule und war während der Schulzeit in einem Internat untergebracht. Laut der Erziehungsvereinbarung hatte das Internat neben der Unterbringung und Verpflegung auch für die Erziehung, gesundheitliche Betreuung und Freizeitgestaltung Sorge zu tragen. Für die Unterbringung zahlten die Eltern 1.035 Euro an Unterkunfts- und 1.400 Euro an Verpflegungskosten.

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