Kindergeld etwas verändert
Familienkassen verlangen Identifikationsnummern

Eltern sind in Aufruhr – plötzlich sollen sie ihre steuerliche Identifikationsnummer bei der Familienkasse angeben, um weiter Kindergeld zu bekommen. Die Regel trifft auch andere Finanzbereiche. Was dahinter steckt.

FrankfurtWenn es um staatliche Vergünstigungen geht, ist mit den Deutschen nicht zu Spaßen. Schon am Mittwoch hatte sich die Meldung verbreitet, dass Eltern vom kommenden Januar an ihre steuerlichen Identifikationsnummern (IdNr) und die ihrer Kinder angeben müssten, sonst bekämen sie kein Kindergeld mehr.

Prompt brach die Panik los und die Ersten fürchten schon, der Staat wolle ihnen die wichtige Unterstützung streichen. Doch die Sache ist halb so wild. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) gab dazu gleich zwei Pressemitteilungen dazu heraus und beschwichtigte am heutigen Donnerstag: „Die Besorgnis ist unbegründet, dass die Kindergeldzahlung eingestellt wird, wenn bis zum 1.1.2016 keine Mitteilung der Identifikationsnummer vorliegt.“

Eltern müssten sich jetzt nicht bei ihren Familienkassen anrufen. Denn denen liegen die Nummern wegen des automatischen Meldeabgleichsverfahrens in der Regel ohnehin schon vor, so die BA. Sollte die Nummer doch noch fehlen, würden sich die Familienkassen bei den Eltern melden und diese nachfordern. Das Geld werde jedoch auch dann weiter gezahlt, wenn die Nummer noch nicht übermittelt wurde.

Mit der Neuerung soll verhindert werden, dass für ein Kind mehrfach Kindergeld gezahlt wird. Die schärfere Kontrolle betrifft auch Kapitalanleger: Wer seiner Bank ab kommendem Jahr einen Freistellungsauftrag erteilt, muss dabei ebenfalls seine Identifikationsnummer angeben.

Handelsblatt-Finanzkorrespondentin Katharina Schneider.
Katharina Schneider
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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