Kindergeld, Mietverträge, Arbeiten im Haushalt
Steuern sparen in der Familie

Kindergeld, Mietverträge, Arbeiten im Haushalt: Bei vielen familiären Angelegenheiten hat eigentlich auch das Finanzamt ein Wörtchen mitzureden. Aber es ergeben sich auch Steuer-Sparpotenziale.

Sie sind volljährig, sie wohnen alleine - aber auf der Tasche liegen sie ihren Eltern meist immer noch: Kinder im Studium oder in der Ausbildung. Ein bisschen Entschädigung gibt es vom Staat, Eltern bekommen Kindergeld, bis der Nachwuchs selbst Geld verdient oder 27 Jahre alt ist.

Für den Zuschuss gefährlich sind eigene Einkünfte des Studiosus oder Auszubildenden. Verdient er mehr als 7680 Euro im Jahr, gibt es kein Kindergeld. Die Steuerbeamten sind streng: Nur einen Euro darüber - und der Zuschuss ist weg. Und nicht nur der. Ebenso flöten gehen der Ausbildungsfreibetrag und die Kinderzulage. Sie gibt es zur Eigenheimzulage dazu, immerhin 800 Euro.

Die gute Nachricht: Die Einnahmen der Kinder lassen sich drücken. Mit Konsum. Jede Ausgabe des Kindes für die Ausbildung drückt die kritische Summe: Computer, Schreibtisch, Fachbücher, alles, was für das Studium oder die Ausbildung zu gebrauchen ist. Allerdings sollte der Kaufpreis jedes Einzelstücks nicht mehr als 475,60 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) betragen. Sonst muss es über mehrere Jahre abgeschrieben werden. Kapitalerträge kann der Jugendliche mit dem Kauf von Anleihen drücken. Fahrten zur Uni oder zur Lerngruppe sind ebenfalls absetzbar.

Mietverträge

Mieten Kinder die Eigentumswohnung der Eltern, werden Finanzbeamte misstrauisch. Sie fürchten Kungelei gegen den Fiskus. Dabei lassen sich ganz offiziell Steuern sparen: Eltern dürfen Kosten wie Handwerkerarbeiten oder die Zinsen fürs Darlehen beim Fiskus absetzen. Das gilt aber nur, so das Gesetz seit diesem Jahr, wenn der Sohn oder die Tochter mindestens 56 Prozent der marktüblichen Miete zahlen. Sonst gehen die Eltern steuerlich leer aus.

Der Bundesfinanzhof hatte in einem Urteil vor der Gesetzesänderung festgelegt: Erst ab 75 Prozent der Marktmiete sind die Kosten komplett Steuersache.

Gretchenfrage: Wie ist die Regel bei einer Miete zwischen 56 und 75 Prozent? Keine Ahnung, das weiß selbst der Gesetzgeber nicht. Entweder kann der Vermieter die Kosten anteilig absetzen - oder in voller Höhe. Das wird wohl erst der Bundesfinanzhof in einem neuen Urteil entscheiden. Bis dahin heißt es Daumen drücken.

In der Zwischenzeit lässt sich Ärger mit dem Finanzamt nur so vermeiden: dem Kind 75 Prozent der Marktmiete für die Eigentumswohnung abknöpfen. Die müssen die Eltern dann allerdings auch versteuern. Diese Regeln gelten auch, wenn andere Verwandte die Eigentumswohnung mieten.

Arbeiten im Haushalt

Fenster putzen, gärtnern, die Wände streichen - alles Arbeiten, die die Familie selbst erledigen kann. Bestellt sie dafür aber einen Profi, lassen sich Steuern sparen: 20 Prozent der Rechnung erkennt der Fiskus an. Sie können von der zu zahlenden Steuer abgezogen werden. Allerdings nur bis zu einer Grenze: 600 Euro Steuern gleich 3000 Euro Handwerkerrechnung. Den Steuervorteil für 2004 gibt es aber nur, wenn der Handwerker noch vor Silvester ans Werk geht und bezahlt wird.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 50 vom 02.12.2004 Seite 116 folgende

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