Konzepte für neue Geschäftsfelder
Die Steuerberater forcieren den Wettbewerb

Die Zeiten, in denen Steuerberater sich keine Sorgen um ihre Zukunft machen mussten, sind längst vorbei. Rund 80 000 Berater konkurrieren inzwischen um die Mandanten. Durch neue Weiterbildung sollen sie sich daher in Zukunft nicht nur spezialisieren, sondern zudem weitere Geschäftsfelder erschließen können. Doch Kammer und Verband verfolgen unterschiedliche Konzepte

DÜSSELDORF. Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) und der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) gehen unterschiedliche Wege. Ähnlich wie Anwälte oder Ärzte sollen Steuerberater in Zukunft den Titel Fachberater tragen. Erst am gestrigen Dienstag hat die BStBK bekannt gegeben, demnächst den Fachberater für Zölle und Verbrauchsteuern sowie für internationales Steuerrecht zu vergeben. Vorreiter bei dieser Entwicklung ist jedoch der DStV. Dieser bietet bereits seit gut zwei Jahren verschiedene Fortbildungen zum Fachberater für internationale Rechnungslegung, Ratings, Testamentsvollstreckung, Unternehmensnachfolge, Controlling, Wirtschaftsmediation sowie Sanierung und Insolvenzverwaltung an. Der Unterschied: Nur die BStBK ist berechtigt, zusätzliche Titel auf dem Bereich der Steuerrechtsgebiete einzuführen, die ergänzend zur eigentlichen Berufsbezeichnung getragen werden dürfen. Der DStV, der seinen Titeln das Verbandskürzel anhängt, kümmert sich um Bereiche wie die Insolvenzverwaltung, in denen auch andere Berufsgruppen aktiv sein dürfen. "In all diesen Gebieten gibt es auch berufsfremde Konkurrenz - etwa durch Anwälte oder Unternehmensberater", sagt Axel Pestke, DStV-Hauptgeschäftsführer. Durch die neuen Bezeichnungen könnten die Steuerberater sich aber besser im Wettbewerb behaupten, sagt er.

Eigentlich haben beide Initiativen dasselbe Ziel: Die Bundessteuerberaterkammer und der Verband wollen ihren Mitgliedern neue Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft aufzeigen. Aber unklar ist momentan noch, ob die Steuerberater später überhaupt die Titel des Verbandes als zusätzliche Berufsbezeichnung tragen dürfen. Immerhin hat der Gesetzgeber zwar der Bundesteuerberaterkammer die Befugnis eingeräumt, Spezialisierungshinweise für Steuerrechtsgebiete zu regeln, ihr aber zugleich die Befugnis verwehrt, entsprechende Regelungen auch für Sachgebiete zu treffen, auf denen auch fremde Berufe tätig sein dürfen. In diesem Bereich der so genannten vereinbaren Tätigkeiten sah sich der Verband gefordert und bietet dort überprüfte Fortbildung an.

"Fortbildungsangebote im Bereich der vereinbaren Tätigkeiten wie zum Beispiel Testamentsvollstreckung sind absolut zu begrüßen", sagt auch Klaus Heilgeist, Präsident der BStBK. Nach geltendem Recht sei es aber nicht zulässig, neben dem ?Steuerberater? eine Berufsbezeichnung zu führen, die nicht amtlich - wie eben von der Kammer - verliehen wurde, ergänzt er. Im Klartext: Die BStBK sieht die Angebote zwar positiv. Wer die Fortbildung erfolgreich absolviert, dürfe sich aber nur das Zertifikat an die Wand hängen oder auf der Homepage aufführen, den Fachberater aber nicht offiziell als Titel verwenden.

Seite 1:

Die Steuerberater forcieren den Wettbewerb

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%