Kosten fürs Altersheim
Nur Pflegebedürftige bekommen einen Steuervorteil

Wohnen und Pflege in einem Heim sind teuer, doch die Pflegeversicherung übernimmt nur einen Teil der Kosten. Wer allein aus Altersgründen in ein Heim zieht, bekommt auch vom Finanzamt keine Unterstützung.

HannoverOb die Folgen eines Unfalls, Demenz oder Parkinson: Wer auf Pflege angewiesen ist, kann die selbst gezahlten Kosten dafür als außergewöhnliche Belastung absetzen. Allerdings muss der Betroffene sich hierfür einen zumutbaren Eigenanteil anrechnen lassen. Häufig ziehen ältere Menschen auch ins Heim, um sich dort pflegen zu lassen. Dann wird zusätzlich noch eine Haushaltsersparnis abgezogen, weil die Kosten für den eigenen Hausstand wegfallen. Jenseits des zumutbaren Eigenanteils können aber sämtliche Arzt- und Pflegekosten steuerlich geltend machen werden. Einen Höchstbetrag gibt es nicht. Zu den außergewöhnlichen Belastungen zählen zum Beispiel

• Kosten für Medikamente
• Hilfsmittel wie Prothesen oder der Rollator und
• Krankenhausaufenthalte.

Der Umzug in ein Heim ist allerdings nur dann steuerlich begünstigt, wenn jemand pflegebedürftig, behindert oder krank sind. Allein aus Altersgründen können Sie für sich selbst keine Steuerersparnis geltend machen.

Diese Sichtweise der Finanzverwaltung hat das Finanzgericht Niedersachsen vor kurzem noch einmal in einem Urteil erläutert (Az.: 12 K 206/14). In dem zugrundeliegenden Fall zog eine damals 86-jährige Frau in ein Apartment in einem Altersheim. Monatlich zahlte sie einen pauschalen Betrag von knapp 2.300 Euro für Unterkunft, gemeinsames Essen, Reinigung der Wohnung sowie Hausnotruf und Apotheken- und Wäschedienst. Gegen einen Aufpreis bestand die Möglichkeit, pflegerische Leistungen in Anspruch zu nehmen.

Ein Jahr nach ihrem Einzug erkrankte sie an Demenz und fortschreitender Osteoporose. Die Pflegekasse sah die Voraussetzungen für Pflegestufe I erfüllt, da die Alltagskompetenz in erheblichem Maße gestört sei. In der Steuererklärung machte die Frau daher nicht nur Krankheitskosten, sondern auch die Aufwendungen für das Heim als außergewöhnliche Belastung geltend. Das Finanzamt lehnte dies ab mit der Begründung, dass die Krankheit erst mehr als ein Jahr später festgestellt worden sei.

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Bundesfinanzhof muss entscheiden

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