Kredit vom Ehegatten
Sonderkonditionen verderben Steuervorteil

Kredite aus dem persönlichen Umfeld sind nichts Ungewöhnliches. Aber Zinszahlungen können deswegen noch lange nicht einfach so von Mieteinnahmen abgezogen werden, um Steuern zu sparen. Das musste jetzt ein Ehepaar vor Gericht erfahren.

Die Frau eines schwäbischen Anwalts nahm bei einer Bank zwei Kredite über insgesamt 200 000 Euro auf. Zusätzlich lieh sie sich von ihrem Mann 41 000 Euro und kaufte von dem gesammelten Geld zwei vermietete Wohnungen. Als sie die an den Gatten gezahlten Kreditzinsen von erst neun und später sechs Prozent im Jahr steuermindernd von ihren Mieteinkünften abziehen wollte, schoss das Finanzamt quer: Ein Fremder hätte der Frau diese Summe niemals geliehen, ohne Sicherheiten zu verlangen, argumentierten die Beamten. Schließlich verdiene sie als Angestellte in der Kanzlei ihres Mannes jährlich nur 8 000 bis 15 000 Euro.

Das Finanzgericht Baden-Württemberg stimmte den Beamten zu: Die an den Mann gezahlten Zinsen seien nicht absetzbar, weil der Kreditvertrag der Ehegatten einem Fremdvergleich nicht standhalte (2 K 10/06). Zum einen hätte ein Fremder den Kredit wegen der niedrigen Einkünfte der Frau nicht ohne Sicherheit vergeben, zumal die Mieteinkünfte ihre Zinsausgaben nicht deckten. Außerdem hätte sich keine Bank auf die spätere Zinssenkung um drei Prozent eingelassen, so die Richter.

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