Kursmanipulationen
Wirecard-Affäre erreicht Sal. Oppenheim

Die Affäre um mögliche Kursmanipulationen bei der im TecDax notierten Aktie von Wirecard zieht weitere Kreise. So hat der Online-Zahlungsabwickler seine Strafanzeige wegen Marktmanipulation und Insiderhandel auf zwei Mitarbeiter der Schweizer Tochter der Bank Sal. Oppenheim ausgeweitet.

FRANKFURT. Details nannte eine Sprecherin von Wirecard nicht. Bereits zuvor hatte das Unternehmen Strafanzeige gegen die Anlegerschutzorganisation SdK, deren Vorstand und andere eingereicht.

Nach Informationen des Handelsblatts richten sich die neuen Anzeigen gegen einen Hedge-Fonds-Manager und eine Führungskraft der Schweizer Oppenheim-Tochter. Ein Sprecher der Bank sagte auf Anfrage, bisher sei keine Anzeige eingegangen und lehnte weitere Kommentare ab.

Wirecard wirft den Oppenheim-Mitarbeitern vor, in ihrem Hedge-Fonds Short-Positionen aufgebaut zu haben, mit denen sie von fallenden Kursen des Unternehmens profitieren. Gleichzeitig hätten sie bei Investoren gezielt Stimmung gegen die Aktie gemacht. Wie das Handelsblatt erfuhr, kursieren in Bankenkreisen E-Mails von Oppenheim-Bankern, in denen von Bilanzunregelmäßigkeiten bei Wirecard die Rede ist. Mindestens eine E-Mail stammt vom 20. Juni dieses Jahres. Kurz vorher hatte ein Vorgespräch zwischen dem SdK-Vorsitzenden Klaus Schneider und Wirecard-Chef Markus Braun stattgefunden, in dem die SdK den Bezahldienstleister erstmals mit kritischen Fragen zur Bilanzierung konfrontierte. Die Wirecard-Aktie notierte seinerzeit noch bei 11,30 Euro. Erst am 26. Juni brach der Kurs um 30 Prozent ein, unter anderem, weil die SdK ihre Vorwürfe auf der Hauptversammlung am 24. Juni öffentlich machte. Inzwischen sind Wirecard-Aktien nur noch sechs Euro wert.

Bei der SdK hat die Affäre bereits Spuren hinterlassen. Der stellvertretende Vorsitzende des Aktionärsbundes, Markus Straub, war vergangene Woche zurückgetreten. Er hatte zugegeben, dass er auf einen Kursverfall bei Wirecard spekuliert hatte, noch ehe die SdK den Fall an die Öffentlichkeit brachte. Von der Internetpräsenz der SdK ist das Interview, in dem Straub seine Version im Streit zwischen SdK und Wirecard darlegt, inzwischen verschwunden - ebenso wie alle anderen Veröffentlichungen zum Fall Wirecard. Außerdem verschob die Schutzgemeinschaft ihre eigentlich für morgen geplante Jahrespressekonferenz auf unbestimmte Zeit.

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