Laut Zentralstelle für Geldwäsche
Internetnutzer geraten in Geldwäsche-Verdacht

Betrogene Internetnutzer geraten nach einem Bericht des Bundeskriminalamtes (BKA) zunehmend selbst in den Verdacht der Geldwäsche.

WIESBADEN. Fast ein Drittel aller Geldwäsche-Anzeigen des vergangenen Jahres habe Hinweise auf Internetbetrug enthalten, teilte die Zentralstelle für Geldwäsche am Montag in Wiesbaden mit.

Dabei gehe es unter anderem um Fälle, in denen Konten gegen Provision für illegale Finanzgeschäfte zur Verfügung gestellt wurden. Insgesamt waren bei der Zentralstelle im vergangenen Jahr 9 080 mögliche Fälle von Geldwäsche angezeigt worden, etwa zehn Prozent weniger als 2006.

Vor allem Banken meldeten weniger Fälle als früher. Die Mehrzahl der Hinweise nach dem Geldwäschegesetz kam mit 7 293 Verdachtsanzeigen aber weiter von Kreditinstituten.

Als unzureichend kritisierte die Zentralstelle in ihrem Jahresbericht die Bereitschaft von Anwälten, Wirtschaftsprüfern und Beratern, Geldwäsche anzuzeigen. Sie hatten nur 24 Verdachtsfälle gemeldet.

Gestiegen ist mit 90 Verdachtsanzeigen die Zahl der Hinweise auf Finanzströme mit Terrorismusbezug. 2006 gab es hier 59 Anzeigen.

Internetnutzer warnte die Zentralstelle für Geldwäsche vor einem unbemerkten Abgreifen ihrer Kontodaten ebenso wie vor dem bewussten Öffnen eigener Konten für andere. Dazu würden Nutzer durch zunehmend professionell gestaltete Werbemails verleitet. In diesen präsentierten sich Betrüger als scheinbar seriöse Firmen, die sogenannte Finanzagenten als Partner für den Zahlungsverkehr suchten.

Das BKA betonte, auch wer sein Konto zur Verfügung stelle, mache sich nach dem Geldwäsche-Gesetz strafbar und werde zunehmend belangt. Es drohten bis zu fünf Jahren Haft und Geldbußen.

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