Lebensversicherungen: Finanzielle Einbußen bei Kündigung
Verkaufen heißt die clevere Alternative

Lebensversicherungen sind das beliebteste Anlageprodukt der Deutschen. Doch mehr als die Hälfte der Verträge werden gekündigt. Das lohnt sich nicht - die bessere Alternative heißt verkaufen. Anleger sollten wegen der Abgeltungsteuer noch bis Jahresende handeln.

LUXEMBURG. Lebensversicherungen sind das beliebteste Anlageprodukt der Deutschen. Nach Angaben des Branchenverbandes GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) gibt es in Deutschland insgesamt rund 94 Mill. Lebensversicherungen - bei momentan über 82 Mill. Einwohnern. Doch trotz der hohen Beliebtheit erlebt nach Angaben des Bundesverbands Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen mehr als jeder zweite Versicherungsvertrag nicht sein planmäßiges Ende. Die Gründe für das vorzeitige Aus reichen von besseren Anlagealternativen über wirtschaftliche Notlagen bis hin zu Arbeitslosigkeit oder Scheidung.

Versicherten mit Trennungswunsch stehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten offen: Sie können den Vertrag kündigen und erhalten dann den eher ungünstigen Rückkaufwert. Der macht in den ersten Jahren kaum die bis dahin eingezahlten Prämien aus. Die direkte Kündigung bei der Versicherungsgesellschaft bringt Anlegern also nicht selten finanzielle Einbußen. In jedem Fall verloren geht die Schlussüberschussbeteiligung - oft das Sahnehäubchen auf die Rendite. Zudem müssen bei einer Kündigung vor Ablauf von zwölf Jahren die erzielten Erträge versteuert werden. Die bessere Alternative ist daher: Verkaufen statt kündigen. Im Vergleich zur Kündigung liegt der Mehrerlös beim Verkauf deutscher Policen durchschnittlich zwischen drei und fünf Prozent. Weiterer Vorteil: Der Erlös aus dem Verkauf des Versicherungsvertrags für Privatpersonen ist nach aktuell geltendem Recht noch bis zum 31. Dezember 2008 steuerfrei.

Das Motto lautet deshalb: Der Abgeltungsteuer trotzen - wer dieses Jahr verkauft, spart bares Geld. Anleger, die sich definitiv von ihrem Versicherungsvertrags trennen wollen, sollten die nächsten Monate dafür nutzen. Denn gebrauchte Policen können nur noch bis zum 31. Dezember 2008 steuerfrei veräußert werden. Egal, ob die Police vor oder nach der Zwölf-Jahresfrist verkauft wird. Dies ändert sich mit der Einführung der ab dem 1. Januar 2009 gültigen Abgeltungsteuer. Denn dann gilt für Verträge mit einer Laufzeit unter zwölf Jahren: Die Erträge aus dem Verkauf einer Versicherungspolice, also die Differenz zwischen Veräußerungserlös und der Summe der bis dahin eingezahlten Prämien, unterliegt dem pauschalen Steuersatz von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Verträge mit einer Laufzeit ab zwölf Jahren bleiben auch weiterhin steuerfrei. Wird die Versicherungspolice also noch in diesem Jahr verkauft, bleiben die erzielten Erträge abgeltungsteuerfrei.

Seite 1:

Verkaufen heißt die clevere Alternative

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%