Liberalisierung der Standesregeln
Finanzminister lässt Steuerberatern mehr Freiraum

Mehr Bewegungsfreiheit, aber auch neue Konkurrenz erwartet die Steuerberater. Nach einem Gesetzentwurf von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sollen Steuerberater künftig mit allen freien Berufen kooperieren.

BERLIN. Steuerberater dürfen ihre Rechtsform freier wählen und auf Zeit als Geschäftsführer tätig werden - etwa im Falle einer Testamentsvollstreckung. So sieht es der Gesetzentwurf vor. Gleichzeitig sollen sie bei der Umsatzsteuervoranmeldung Konkurrenz durch geprüfte Bilanzbuchhalter und Steuerfachwirte bekommen.

Die Bundesregierung will alle selbstständigen Berufe entbürokratisieren und stärker dem Wettbewerb öffnen. Diesem Ziel soll auch die Novelle des Steuerberatungsgesetzes dienen. Den Referentenentwurf hat des Bundesfinanzministerium jetzt im Internet veröffentlicht.

Aus Sicht der Steuerberater verdient das Vorhaben größtenteils Lob. "Der Entwurf enthält wichtige Fortschritte gegenüber dem bisherigen Recht", sagte Nora Schmidt-Keßeler, Hauptgeschäftsführerin der Bundessteuerberaterkammer. Die Lockerungen seien überfällig. Bisher durften Steuerberater nur mit Rechtsanwälten kooperieren. Künftig könnten sie auch in Bürogemeinschaften mit Ärzten spezielle Beratungen für diese Berufsgruppe anbieten. Auch mit Unternehmensberatern dürften sie stärker kooperieren. Der Gesetzentwurf räumt ihnen außerdem ein, in Ausnahmefällen gewerblich tätig zu werden - bisher war dies strikt verboten. Auf Widerstand der Steuerberater stößt allerdings Steinbrücks Absicht, das Geschäft mit Umsatzsteuervoranmeldungen zu öffnen. "Dies konterkariert die Bemühungen um Qualitätssicherung und Verbraucherschutz in der Steuerberatung", sagte Schmidt-Keßeler.

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