Liechtenstein
Geheimen Konten droht Enttarnung

Auf Deutschlands Steuersünder kommen unangenehme Tage zu. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen ist der Fall von Post-Chef Klaus Zumwinkel, gegen den am Donnerstag ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung angelaufen ist, nur der Auftakt für eine ganze Serie von Ermittlungen.

DÜSSELDORF. In den nächsten Tagen sollen in ganz Deutschland Razzien anlaufen, heißt es in den Kreisen. Zumwinkel wird vorgeworfen, Gelder am Fiskus vorbei in einer liechtensteinischen Stiftung versteckt zu haben. Nach Informationen der Staatsanwaltschaft Bochum beläuft sich der hinterzogene Betrag auf rund eine Million Euro.

Hunderte von weiteren Tätern seien bereits enttarnt, heißt es in den Ermittlerkreisen. Besondere Brisanz: Die Fahnder haben offenbar massenhaft Unterlagen aus der LGT-Bank, der Bank der liechtensteinischen Fürstenfamilie, erhalten. "Wir haben die ganze Bank geknackt", sagte ein Ermittler dem Handelsblatt.

Mit diesen Informationen konfrontiert, sagte LGT-Sprecher Bernd Junkers: "Wir kommentieren das im Moment nicht."

Woher die Datensätze stammen, ist noch nicht klar. Bei den Steuersündern, so heißt es weiter, handele es sich meist um reiche und prominente Deutsche. Namen sind noch nicht bekannt.

Die Strafverfolgung von Zumwinkel könnte damit den Auftakt einer Welle von Verfahren gegen Kunden der LGT-Bank markieren. Offenbar haben die Fahnder über Monate minutiös die Bankunterlagen durchgearbeitet und ihr Wissen weitgehend geheim gehalten. Erst nachdem das ZDF von der Aktion gegen Zumwinkel erfuhr, entschlossen sich die Fahnder zum Zugriff.

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