Maßnahmen zeigen Erfolg
Betrug bei der Umsatzsteuer geht zurück

Auch wenn die Mehrwerststeuer angehoben wurde, der Betrug und die Steuerhinterziehung gingen weiter zurück. Die Bundesregierung wird es freuen, bedeuten die schwindenden Ausfälle nämlich, dass ihre gesetzlichen Maßnahmen endlich greifen. Experten fordern aber noch schärferes Eingreifen.

BERLIN. Trotz der Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte zu Beginn des Jahres geht der Umsatzsteuerbetrug weiter zurück. Das ist das Ergebnis einer Studie des Münchner Ifo-Instituts, die dem Handelsblatt vorliegt. So sanken die Ausfälle bei der Mehrwertsteuer im vergangenen Jahr von 18 auf 15 Mrd. Euro. Dieser Trend wird sich nach Ansicht der Wissenschaftler 2007 fortsetzen. So erwarten sie für das laufende Jahr rund 14 Mrd. Euro an Steuerausfällen. Das Bundesfinanzministerium bewertet den Rückgang des Mehrwertsteuerbetrugs als Ergebnis verschiedener Steuergesetze.

2005 ging der Steuerschwund bei der Mehrwertsteuer erstmals leicht zurück. Während die Ausfallquote 2004 bei zwölf Prozent lag, sank sie im vergangenen Jahr auf 9,5 Prozent. Für dieses Jahr erwarten die Münchener Ökonomen einen weiteren Rückgang auf 7,5 Prozent, heißt es in der Studie. "Die vom Gesetzgeber in den letzten Jahren ergriffenen Maßnahmen haben mit einer gewissen Zeitverzögerung das Mehrwertsteueraufkommen wieder etwas stabilisiert", schreiben die Autoren. Der Trend zu immer höheren Ausfallquoten sei gebrochen.

Das Münchener Ifo-Institut schätzt den Schaden durch Betrugsfälle bei der Mehrwertsteuer. Hinzu kommen solche Steuerausfälle, die sich durch Insolvenzen von Unternehmen ergeben. Die Ausfälle durch so genannte Karussellgeschäfte stellen laut Studie nur noch einen kleinen Teil des Problems dar. Das Ifo-Institut beziffert den Steuerverlust aus solchen Geschäften auf rund eine Mrd. Euro.

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung mahnen die Wissenschaftler ein zusätzliches Eingreifen der Politik an. "Die Aktivitäten zur Eindämmung dieser Steuerhinterziehung sollten verstärkt werden", heißt es in der Studie. Konkret schlägt das Ifo-Institut zusätzliche Kontrollen, eine bessere Zusammenarbeit der einzelnen Verwaltungsebenen sowie mehr Investitionen in Personal und Informationstechnik vor. Auch sollte der Bund auf europäischer Ebene weiter um einen Wechsel des Mehrwertsteuersystems kämpfen.

Sven Afhüppe
Sven Afhüppe
Handelsblatt / Chefredakteur
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