Mehrwertsteuer am Firmensitz fällig
EU streitet mit deutschem Fiskus um Testamentsvollstrecker

Die EU-Kommission droht wegen der Besteuerung von Testamentsvollstreckern mit einer Klage gegen die deutsche Bundesregierung.

HB BRÜSSEL. Die Kommission wendet sich dagegen, dass die Mehrwertsteuer nach Auslegung der Finanzbehörden in Deutschland am Firmensitz des Testamentsvollstreckers und nicht am Wohnort des Kunden fällig wird. Dies teilte die Behörde am Montag in Brüssel mit.

Sollte die Bundesregierung nicht innerhalb von zwei Monaten nach Erhalt der Klageandrohung die Steuervorschriften ändern, so kann die Kommission den Europäischen Gerichtshof (EuGH) anrufen.

Üblicherweise gelte zwar der Ort, an dem der Dienstleistende seinen Sitz hat, als Ort der Mehrwertsteuererhebung. Bei "Lieferungen nicht körperlicher Gegenstände" gelte jedoch das Land des Dienstleistungsempfängers als Ort der Besteuerung. Rechtsanwälte fallen laut EU-Kommission auch in Deutschland unter diese Regelung - allerdings nicht, wenn sie als Testamentsvollstrecker tätig sind.

Dies werde von den deutschen Behörden damit begründet, "dass ein Testamentsvollstrecker in der Regel keine beratende Tätigkeit ausübe". Nach Ansicht der Kommission ist jedoch "die Tätigkeit eines Testamentsvollstreckers in jeder Hinsicht der eines Rechtsanwalts vergleichbar".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%