Nachspiel vor Gericht
Krimi um Filmfonds geht weiter

Die Ära der Filmfonds endete mit der Abschaffung der Steuervorteile 2005. Staatsanwälte ermitteln gegen mehrere Initiatoren; Tausende Anleger, die sich getäuscht fühlen, haben Fondsanbieter und Anlagevermittler auf Schadensersatz verklagt. Drei aktuelle Urteile des Bundesgerichtshofs zum Fonds "Vif 3" machen Betroffenen jetzt Hoffnung (III ZR 125/06, 185/05, 300/05).

Der Prospekt des Fonds sei falsch, weil darin nicht ausreichend auf das Totalverlustrisiko hingewiesen werde, stellten die Bundesrichter klar. Auch ein juristischer Laie müsse die Passagen verstehen können. Dieses Votum birgt Sprengstoff, weil zahlreiche Fondsprospekte in schwer verständlichem Kauderwelsch verfasst sind. Das OLG München, das Klagen gegen den Fondsinitiator ING Leasing zuvor abgelehnt hatte, müsse sie erneut prüfen, so die Richter weiter.

Erfolge vor Gericht hatten bisher Vif-Anleger, die die Commerzbank wegen Falschberatung verklagten. Weniger Glück brachten Klagen gegen die Commerzbank jetzt dagegen Anlegern, denen das Institut die Fonds VIP 3 und VIP 4 verkauft hatte. Sie hätten nicht bewiesen, dass die Beraterin sie falsch beraten hätte, so das Landgericht München I (4 O 16919/06 und 20540/06). Wichtig ist in solchen Fällen, dass Betroffene Zeugen oder ein Protokoll des Beratungsgesprächs präsentieren können. Vor der 4. Strafkammer des Landgerichts läuft derzeit der Steuerstrafprozess gegen VIP-Chef Andreas Schmid.

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