Neue Steuerregeln
Stunde der Strategen

Auch für Zertifikate gilt von 2009 an die Abgeltungsteuer von 26,4 Prozent (inklusive Solidaritätszuschlag). Damit endet die Zeit, in der Zertifikate-Anleger bequem steuerfreie Erträge einstreichen konnten.

Doch wer jetzt die richtigen Papiere ins Depot legt, kann sich Vorteile für die neue Steuerepoche sichern. Eine interessante Strategie für Gutverdiener: Sie können ihren Steuersatz senken, wenn sie Papiere mit langer Laufzeit ins Depot legen. Das funktioniert bei Garantiezertifikaten, deren Erträge bereits heute steuerpflichtig sind, weil sie als Finanzinnovationen gelten. Bis zum 31. Dezember 2008 müssen Anleger ihren Ertrag mit dem persönlichen Steuersatz von bis zu 44,3 Prozent versteuern, während einen Tag später die niedrigere Abgeltungsteuer fällig ist. Gutverdiener sollten deshalb jetzt, wenn sie sich für Garantiepapiere interessieren, nur solche wählen, die 2009 oder später fällig werden.

Die zweite Strategie: steuerfreie Gewinne sichern. Das ist mit Zertifikaten möglich, die nicht als innovativ gelten, also etwa Index-, Bonus- oder Discountzertifikate ohne Garantie. Der Regierung macht das Sorgen, sie hat deshalb die Übergangsfrist für solche Zertifikate verkürzt. Demnach kommen nur Papiere, die vor dem 15. März 2007 im Depot lagen, auch in der Abgeltungsteuer-Ära unbefristet in den Genuss der Steuerfreiheit. Kaufen Anleger hingegen jetzt, müssen sie spätestens am 30. Juni 2009 aussteigen, um steuerfrei davonzukommen.

Das Problem: Wer weiß schon, wo die Märkte 2009 stehen? Die Gefahr, statt des steuerfreien Gewinns einen Verlust zu machen, ist groß. Für diese Strategie sind deshalb Discountzertifikate geeignet - dank ihres Sicherheitspuffers sind auch dann Gewinne möglich, wenn die zugehörige Aktie fällt. Der Puffer entsteht, weil Anleger Discounts mit Abschlag kaufen. So pendelt die Aktie von SAP derzeit um 40 Euro, während der SAP-Discount der BNP Paribas 22,70 Euro kostet - ein Rabatt von etwa 45 Prozent. So weit kann die Aktie fallen, ohne dass der Zertifikate-Käufer ins Minus rutscht.

Der Clou ist die Gewinnschwelle (Cap) von 25 Euro: Solange die Aktie nicht darunter fällt, bekommen Anleger am Ende in jedem Fall 25 Euro zurück - streichen also eine jährliche Rendite von 5,7 Prozent ein, steuerfrei. Nachteil: Mehr gibt?s auf keinen Fall, auch wenn die SAP-Aktie zur Kursrakete wird.

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