Nur geringes Stammkapital nötig
Mini-GmbH: Klein, aber erfolgreich

Die neue Rechtsform "Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)" kommt bei Existenzgründern offensichtlich gut an, mit über 1 500 Firmengründungen stößt die neue Mini-GmbH auf reges Interesse. Das Verfahren ist unkompliziert, schnell und preiswert.

HB. Das Institut für Rechtstatsachenforschung der Universität Jena hat bis Mitte Januar bereits über 1 500 Firmengründungen gezählt. Die Forscher aus Thüringen haben bei ihrer Analyse der Handelsregister eine regelrechte Gründungswelle festgestellt. Und die ebbt nach ihrer Prognose auch 2009 nicht ab - die Wissenschaftler rechnen fest damit, dass die Marke von 10 000 Gesellschaften deutlich überschritten wird.

Die Unternehmergesellschaft (UG) steht Firmengründern erst seit Anfang November 2008 zur Verfügung. Sie wurde mit der Reform des GmbH-Gesetzes als Rechtsformalternative eingeführt. Für die Gründung reicht ein Startkapital von nur einem Euro; bei der klassischen GmbH sind 25 000 Euro Mindesteinlage fällig. Wie ihr großes Vorbild ist die UG haftungsbeschränkt und wird daher häufig als Mini- oder Billig-GmbH bezeichnet.

Das geringe Stammkapital soll Unternehmensgründungen erleichtern. Bei der UG ist sogar die Beurkundung beim Notar billiger - vorausgesetzt, es wird ein standardisiertes Musterprotokoll verwendet. Außerdem soll die Gründung der haftungsbeschränkten UG deutlich schneller gehen als die einer klassischen GmbH. Reduzierte Prüfpflichten der Gerichte beschleunigen die Eintragung ins Handelsregister.

Die Analyse der Universität Jena zeigt: Die Gesellschafter der neuen Mini-GmbHs nehmen das unkomplizierte und billige Gründungsverfahren dankend an. Fast alle griffen auf das neue Musterprotokoll zurück und sparten dadurch Notargebühren.

Wenig Gebrauch machten die Gründer hingegen von der gesetzlichen Möglichkeit, nur ein Euro Mindestkapital einzuzahlen. Nach Berechnungen der Thüringer Forscher lag das durchschnittliche Stammkapital bei über 1 000 Euro. Vereinzelt wurden bis zu 15 000 Euro eingezahlt. Sogar mehrere Kapitalerhöhungen haben die Jenaer Wissenschaftler in den ersten Monaten schon festgestellt. Sie vermuten, dass den Gründern die Risiken geringer Kapitalausstattung durchaus bewusst sind. "Das Damoklesschwert der Überschuldung schwebt auch über der UG", sagt Rechtsprofessor Walter Bayer, unter dessen Regie die Studie entstand. "Zweifellos wollen einige Gründer mit der Festsetzung eines höheren Stammkapitals aber auch ein gewisses Seriositätssignal setzen. Wenn schon UG, dann zumindest nicht die Ein-Euro-Billigvariante."

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