Plagiate
Gericht entlastet Ebay im Streit mit L'Oréal

Ebay haftet nicht für Produktfälschungen, die auf seiner Internetseite angeboten werden. Im Rechtsstreit mit dem Kosmetik-Riesen L'Oréal hat der US-Konzern jetzt einen ersten Punktsieg errungen. Entsprechend erleichtert äußerten sich dessen Manager.

PARIS. Im seit Jahren schwelenden Streit zwischen der Luxusindustrie und dem Online-Auktionshaus Ebay hat der französische Kosmetik-Riese L?Oréal vor dem Pariser Landesgericht eine Schlappe erlitten. Das Gericht folgte der Rechtsauffassung von Ebay, wonach das US-Internetauktionshaus Nutzern lediglich "hilft" ihre Waren zu verkaufen, aber nicht die Angebote "kontrolliert". Dagegen hatte L?Oréal geklagt. Ebay sei für die Inhalte auf seinen Verkaufsseiten verantwortlich. L?Oreal hatte 3,5 Mio. Euro Schadenersatz verlangt, da auf Ebay gefälschte Parfums des Unternehmens verkauft würden.

Damit hat sich zum ersten Mal ein französisches Gericht auf Seiten des US-Unternehmens geschlagen. In einem ähnlich gelagerten Fall hatte der französische Luxusriese LVMH im Jahr 2007 gegen Ebay vor dem Pariser Handelsgericht gewonnen und 40 Mio. Euro Schadenersatz zugesprochen bekommen. Damals urteilten die Richter, Ebay stelle nicht ausreichend sicher, dass auf seinen Auktionsseiten keine illegalen Aktivitäten stattfinden. Auch das Luxushaus Hermès hatte einen Prozess gegen Ebay gewonnen und 20 000 Euro Schadenersatz von der französischen Justiz zugesprochen bekommen.

Entsprechend erleichtert war gestern das französische Ebay-Management. "Wir sind sehr froh darüber, dass das Gericht unsere Bemühungen im Kampf gegen Produktfälscher anerkennt und unseren Status des reinen Service-Providers bestätigt", teilte Ebay nach dem Urteil mit. Der Konzern gibt nach eigenen Angaben pro Jahr rund zehn Mio. Dollar dafür aus, den Verkauf gefälschter Produkte auf seinen Seiten zu stoppen. Dafür beschäftige Ebay 2000 Mitarbeiter, darunter sieben ehemalige Staatsanwälte.

Das Pariser Landgericht bestätigte, dass Ebay "erhebliche Mittel im Kampf gegen Produktfälschung" einsetze. Es bemängelte aber gleichzeitig, dass die Prävention des Verkaufs gefälschter Produkte bei Ebay nach wie vor auf "große Schwierigkeiten" stoße. Daher forderte das Gericht Ebay und L?Oréal auf, enger zu kooperieren. Dazu schlug das Gericht eine Zusammenarbeit beider Unternehmen unter Vermittlung eines von Gerichts wegen bestellten Schlichters vor. L?Oréal erklärte, mit dem Vorschlag einverstanden zu sein.

Seite 1:

Gericht entlastet Ebay im Streit mit L'Oréal

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%