Posse in München
Finanzamt verlangt zwei Milliarden statt 109 Euro

Das Finanzamt München hat von einer Imbissbudenbesitzerin eine Vorauszahlung von reichlich zwei Milliarden Euro verlangt - fällig gewesen wären aber nur ganze 109. Das aberwitzige Eigentor dürfte den Freistaat Bayern teuer zu stehen kommen, denn die Kleinunternehmerin hat den Spieß umgedreht.

HB MÜNCHEN. Dem Freistaat könnte zum Verhängnis werden, dass das Finanzamt den Bescheid über eine Umsatzsteuervorauszahlung in Höhe von exakt 2 129 062 104 Euro und 16 Cent nicht innerhalb der selbst von ihm gesetzten Zahlungsfrist korrigierte. Die völlig schockierte Kleinunternehmerin hatte noch am gleichen Tag die Sacharbeiter telefonisch über die Panne informierte hatte.

Die Imbissbudenbesitzerin musste daher über ihren Steuerberater Einspruch gegen die Vorauszahlung einlegen. Allerdings berechnet sich das Honorar des Steuerberaters für seinen simplen Brief an das Finanzamt gemäß der geltenden Gebührenordnung nach dem so genannten Streitwert: Wegen des vom Finanzamt geforderten Milliardenbetrags müsste die Imbissbudenbesitzerin deshalb ihrem Steuerberater über 2,5 Millionen Euro plus Mehrwertsteuer zahlen und fordert nun Schadenersatz.

Um nicht noch zusätzlich hohe Prozesskosten fürchten zu müssen, hat die Frau ihren Schadensersatzanspruch gegen das Finanzamt an zwei Rechtsanwälte abgetreten, die nun den Freistaat verklagt haben. Das Landgericht München verhandelt den Fall am Mittwoch kommender Woche.

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