Private Stromerzeugung
So sparen Sie mit der Solaranlage Steuern

Wer mit einer Photovoltaikanlage selbst Strom erzeugt, spart nicht nur Stromkosten. Wenn er einen Teil des Stroms an den Netzbetreiber verkauft, spart er auch Steuern - und wird zum Unternehmer.
  • 1

DüsseldorfWer eine Photovoltaikanlage hat und damit selbst Strom erzeugt, ist weniger abhängig von den Energiekonzernen und den stetig steigenden Strompreisen. Das klingt einfach, doch sobald der Anlagenbetreiber den Strom nicht nur selbst nutzt, sondern mindestens zehn Prozent in das öffentliche Netz einspeist, gibt es einige steuerliche Regeln zu beachten.

Wer Strom an den Netzbetreiber verkauft, wird aus steuerlicher Sicht zum Unternehmer – mit einigen Pflichten, aber auch zahlreichen Rechten und sogar finanziellen Vorteilen. Wie jede gewerbliche Tätigkeit muss auch der Verkauf von Strom an das Finanzamt gemeldet werden. Dafür gibt es den sogenannten Fragebogen zur steuerlichen Erfassung.

Schon bei der Anschaffung der Anlage lassen sich Steuern sparen. Wichtig ist dabei die Frage, ob die Anlage in das Dach oder auf das Dach montiert wird. Zwar werden mittlerweile alle Anlagen als selbstständige bewegliche Wirtschaftsgüter bewertet und müssen deshalb über einen Zeitraum von 20 Jahren abgeschrieben werden. Und seit dem Jahr 2011 ist dies nur noch linear möglich – also jährlich mit einem Zwanzigstel des Anschaffungspreises.

Trotzdem gibt es bei der In-Dach-Variante eine steuerliche Besonderheit: Da die Anlage quasi die Dacheindeckung ersetzt, können die Kosten, die ohne Photovoltaikanlage für die Eindeckung entstehen würden, den Herstellungskosten des Gebäudes zugeordnet werden. Somit müssen sie zusammen mit dem Gebäude abgeschrieben werden (Beispielrechnung siehe Kasten).

Wer für die Anschaffung der Anlage eine Förderung der KfW-Bank bekommt, kann diese entweder als Betriebseinnahme verbuchen oder damit die Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Abschreibung mindern. „In der Regel ist es günstiger, wenn die Förderung die Abschreibungsrate senkt“, sagt Markus Deutsch vom Deutschen Steuerberaterverband. „Wer im Jahr der Anschaffung jedoch ein geringeres Einkommen hat als gewöhnlich, sollte den Zuschuss sofort versteuern.“

Auch Kosten, die während des Betriebs der Anlage entstehen, können als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Dazu gehören etwa Reparatur- und Wartungskosten sowie Versicherungsgebühren. „Es zählen aber nur die Kosten, die auf die Herstellung des verkauften Stroms entfallen“, sagt Anita Käding, Steuerexpertin vom Bund der Steuerzahler. Wer beispielsweise 40 Prozent des erzeugten Stroms selbst nutzt, muss auch 40 Prozent der Kosten selbst tragen und kann diese steuerlich nicht berücksichtigen. „Kosten für die Reparatur der Anlage sind zudem sofort abzugsfähig, eine Abschreibung über mehrere Jahre ist nicht nötig“, sagt Markus Deutsch.

Gewerbesteuer müssen Privatpersonen für ihre Einkünfte aus der Photovoltaikanlage in der Regel nicht zahlen, es sei denn ihr Gewerbeertrag liegt über dem Freibetrag von 24.500 Euro. „In Einzelfällen kann es aber passieren, dass das Finanzamt dennoch eine Gewerbesteuererklärung verlangt“, sagt Käding. Dann muss der Anlagebetreiber die Erklärung auch vorlegen und kann damit zeigen, dass er den Freibetrag nicht überschritten hat.

Seite 1:

So sparen Sie mit der Solaranlage Steuern

Seite 2:

Der selbstgenutzte Strom muss versteuert werden

Kommentare zu " Private Stromerzeugung: So sparen Sie mit der Solaranlage Steuern"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Nach Sachlage ist die Abgabenordnung (AO) von 1977, die das Finanzamt für die Einkommenssteuer und andere Steuerarten zugrunde legt, gar nicht gültig. Warum weiß das niemand? Und warum reagiert niemand darauf?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%